Die Szene war ohne Frage beeindruckend: Bereits 2002 steuerte der von Tom Cruise portraitierte Protagonist des Filmes Minority Report den Computer in seinem Hauptquartier mit Hilfe von Gesten und Bewegungen. Was damals noch Utopie war, ist heute zumindest teilweise Realität – auch wenn entsprechende Systeme noch nur mehr oder minder gut funktionieren. Facebook möchte nun ebenfalls in diese Richtung vorstoßen und hat ein Armband vorgestellt, dass motorische Gehirnsignale in Steuersignale für die Bewegung von digitalen Objekten übersetzt. Dabei geht das Unternehmen noch einen Schritt weiter als Steven Spielberg in Minority Report: Die Befehle vom Gehirn an die Hand werden bereits an den Nerven abgefangen. Das Armband soll in Zukunft in Kombination mit einer Augmented-Reality-Brille von Facebook eingesetzt werden, um Computer zu steuern.


Bild: Facebook

Gerät interpretiert Nervensignale

Optisch macht das Facebook-Armband nicht viel her. Es erinnert ein wenig an einen First-Gen-iPod an einem Gurt. Das Gerät erkennt dann mithilfe moderner Sensoren Bewegungen – und zwar bereits bevor sie ausgeführt werden. Dafür wird die elektrische Aktivität motorischer Nerven mittels Elektromyographie (EMG) gemessen und dann von der Software interpretiert. Das System erkennt so, welche motrischen Befehle vom Gehirn an die Hand gesendet werden. Bisher hat das Armband noch keinen Namen. Laut Facebook soll es genutzt werden, um durch Augmented-Reality-Menüs zu navigieren. Und zwar ohne dass man tatsächlich einen Finger rühren muss. Es reicht aus, nur an die Bewegung zu denken.

Augmented Reality bezeichnet die digitale Überlagerung der realen Welt mit Informationen wie Daten, Karten oder Bilder. Das wohl prominenteste Beispiel in diese Richtung ist Pokémon Go, ein AR-Spiel, bei dem die Spieler in der realen Welt auf die Suche nach digitalen Pokémons gingen. Viele Unternehmen haben jedoch Schwierigkeiten, Augmented Reality erfolgreich einzusetzen. Projekte wie Google Glass oder Snap Spectacles verschwanden schnell wieder in der Versenkung. Facebook jedoch geht davon aus, mit dem Armband eine bessere Benutzererfahrung geschaffen zu haben und so mehr Chancen auf Erfolg zu haben.


Momentan wird das Armband noch in den Facebook Reality Labs entwickelt. Ein Test in der echten Welt steht noch aus. Ebenso ist bisher weder ein Termin für die Markteinführung noch ein Preis bekannt.

Facebook investiert in Augmented Reality

Es ist zu vermuten, dass die Entwicklung des Gerätes auf den Kauf des Unternehmens CTRL-Labs seitens Facebook zurückgeht. Einen stolzen Preis zwischen 500 Millionen und einer Milliarde US-Dollar blätterte Mark Zuckerbergs Unternehmen im September 2019 für CTRL-Labs hin. Hauptbetätigung des gekauften Unternehmens war die Entwicklung eines handgelenkbasierten EMG-Gerätes. Der ehemalige Chef von CTRL-Labs, Thomas Reardon, leitet nun Facebook Reality Labs.

Die Vorstellung des Armbands fügt sich in Facebooks andere Vorstöße in Richtung Augmented Reality ein, die unter anderem eine AR-Brille sowie AR-Handschuhe und andere Wearables umfassen.

Wie immer bei Facebook wird auch das AR-Programm des Unternehmens mit dem Sammeln persönlicher Daten einhergehen. Da im Rahmen der AR viele Informationen verarbeitet werden, könnte sich dieser Geschäftszweig als äußerst lukrativ für Facebook herausstellen.

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