Automatische Fokussierung, Nachtsicht und Früherkennung: Smarte Kontaktlinsen könnten vielerlei nützliche Funktionen erfüllen, aber sie scheitern bislang an einer hohen Hürde – der Energie. Die Stromversorgung eines hauchdünnen, transparenten Objektes an einer sensiblen Körperstelle ist äußerst heikel und lässt sich nicht mit vorhandenen Systemen lösen. Nun hat sich der Kontaktlinsentüftler Xpanceo mit der Firma ITEN, einem Entwickler von Festkörperspeichern, zusammengetan und nach eigenen Aussagen einen entscheidenden Durchbruch erzielt.


Smarte Kontaktlinsen sind keine ferne Utopie

Ungefährlicher Akku, der die Belastungen im Auge aushält

Eine winzige Batterie, direkt auf dem Auge: Vielen läuft bei diesem Gedanken zu Recht ein Schauer über den Rücken. Besser nicht! Aber was, wenn dieser Akku völlig ungefährlich ist, sich nicht erhitzt, thermische Schwankungen und mechanische Belastungen problemlos aushält und auch keine elektrochemischen Reaktionen mit der Tränenflüssigkeit eingeht? Klassische Lithium-Batterien können das nicht leisten. Abgesehen davon, dass sie geringe Mengen Wasserstoff abgeben und sich beim Be- und Entladen minimal ausdehnen beziehungsweise zusammenziehen. Das Auge ist zu empfindlich für solche Aktivitäten, deshalb muss an dieser Stelle ein Mikro-Feststoffakku her.

Genug Ausgangsleistung für ein Kontaktlinsen-Display

Kein Überhitzen, Anschwellen, Auflaufen oder gar Explodieren: Der neue ultradünne Akku von ITEN soll sich in eine weiche Kontaktlinse integrieren lassen und genug Ausgangsleistung mitbringen, um das Kontaktlinsen-Display mit Strom zu versorgen. Seit Mai 2025 arbeitet die Firma an diesen Batterien für die Xpanceo-Kontaktlinsen. Die Oberfläche der enthaltenen Keramik-Elektroden ist mit einem Netzwerk winziger Poren überzogen und so im Verhältnis zum Volumen exorbitant groß. Das wiederum hat eine erhöhte Effizienz zur Folge. Im Proof of Concept soll sich das System als tauglich zur Massenproduktion erwiesen haben.


Die Firma Xpanceo gehört dem russischen Unternehmer Roman Axelrod und dem Ukrainer Valentyn Volkov, sie hat ihren Sitz in Dubai. 2025 konnte sie in einer Finanzierungsrunde 250 Millionen Dollar kassieren, trotzdem bleiben ihre ambitionierten Pläne umstritten. Wie dem auch sei: Wir von der Trends der Zukunft behalten das Konzept im Auge und berichten, falls es sich als erfolgreich erweist.

Quelle: futurezone.at 

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