Die Welt wartet zunehmend angespannt auf die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das neuartige Coronavirus. Zwar hat die russische Regierung bereits einen Entwicklungserfolg vermeldet. Dieser kam aber vor allem zustande, weil international anerkannte Test- und Prüfverfahren ignoriert wurden. Bisher konnte der Impfstoff zudem auch in Russland keine nennenswerte Wirkung entfalten. Zahlreiche andere Forschungsprojekte halten sich hingegen an die Regeln und befinden sich inzwischen in der dritten und letzten Testphase. Eine Entwicklung in Dänemark könnte die Arbeit der Forscher aber erheblich erschweren. Denn dort ist bei Nerzen eine Mutation des Coronavirus entdeckt worden, die auch auf den Menschen übertragen wird. Das Problem: Es ist denkbar, dass eine Ausbreitung der Mutation die Wirksamkeit eines Impfstoffs verringert oder gar eliminiert.


Bild: felixd, CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), via Wikimedia Commons

Bei zwölf Menschen wurde eine Ansteckung bereits nachgewiesen

Denn Forscher stellten fest, dass sich die mutierte Form des Erregers nicht so gut durch Antikörper hemmen lässt. Die dänische Regierung hat daher eine drastische Maßnahme angekündigt: Die Tiere sollen vorsorglich getötet werden. Zuvor war versucht worden, mit lokalen Maßnahmen die Verbreitung einzudämmen. So wurde der Bestand auf 67 Farmen bereits gekeult. Inzwischen wurde die Mutation aber schon auf mehr als zweihundert Nerzfarmen nachgewiesen. Außerdem haben sich im Norden Jütlands mindestens zwölf Menschen mit der Mutation des Coronavirus infiziert. Um eine flächendeckende Ausbreitung zu verhindern, sollen daher nun alle Nerze im Land getötet werden. Die Betreiber der Farmen erhalten im Gegenzug eine Entschädigung der Regierung. Dänemark ist allerdings nicht das einzige Land mit der Problematik. So wurde die Mutation auch schon auf Nerzfarmen in den Niederlanden entdeckt.

Zwischen 15 und 17 Millionen Tiere werden gekeult

Dort werden bisher aber lediglich die Tiere auf den betroffenen Anlagen getötet. Nerze werden unter anderem gezüchtet, weil ihr Fell für die Produktion von Pelzmänteln benötigt wird. Tierschützer kritisieren dies allerdings seit langem. Trotzdem gibt es in Dänemark aktuell 1.139 Nerzfarmen, auf denen zwischen 15 und 17 Millionen Tiere leben. Es handelt sich also durchaus um einen relevanten Wirtschaftszweig. Alle diese Tiere auf einmal zu töten, stellt zudem gar kein so einfaches Unterfangen dar. Auch die dänische Regierung räumte ein, dass aktuell noch nicht absehbar ist, wann das Projekt abgeschlossen sein wird. In der Europäischen Union ist neben Dänemark und den Niederlanden noch Italien sehr aktiv in der Nerzzucht. In Deutschland hingegen liegt die Zahl der Nerzfarmen lediglich im zweistelligen Bereich. Bisher ist die neuartige Mutation hierzulande auch noch nicht nachgewiesen worden.


Via: ntv

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