Vor knapp sieben Jahren brachte „Beyond Meat“ in den Vereinigten Staaten das erste Hühnerfleisch-Imitat auf den Markt. Inzwischen hat sich die Produktpalette massiv erweitert und die Firma hat einen fulminanten Start an der Börse hingelegt. Die Hoffnung der Aktionäre dürfte klar sein: Sie wünschen sich, dass die Ersatzprodukte bald den Mainstream der Gesellschaft erreichen. Eine große Studie des Marktforschungsinstituts „Packaged Facts“ zeigt nun, dass die Entwicklung inzwischen durchaus in diese Richtung zu verlaufen scheint. So gaben immerhin 23 Prozent der Befragten an, regelmäßig Fleisch-, Fisch- und Meeresfrüchtealternativen zu kaufen. Untersucht wurde das Einkaufsverhalten der Kunden seit dem Jahr 2018. Die Corona-Krise scheint diese Entwicklung nun noch einmal zu beschleunigen: Seit Beginn der Pandemie hat die Nachfrage noch einmal um 35 Prozent zugelegt.


Vegetarische Currywurst. Bild: mode7, Public domain, via Wikimedia Commons

Das Potenzial an Kunden ist sogar noch deutlich größer

Besonders erfreulich aus Sicht der produzierenden Unternehmen dürfte zudem die Tatsache sein, dass längst nicht mehr nur Veganer und Vegetarier zu den Kunden gehören. Diese waren zwar zu Beginn des Trends überdurchschnittlich oft unter den Kunden vertreten. Inzwischen greifen aber auch immer mehr sogenannte Omnivore zu den Ersatzprodukten. Dabei handelt es sich um Personen, die zwar bemüht sind, weniger Fleisch zu essen, aber keineswegs Vegetarier sind. Diese Gruppe an Menschen sorgt dafür, dass sich die Zielgruppe der Hersteller von Ersatzprodukten deutlich erweitert. Die Studie zeigte zudem auch, dass das Potenzial bei weitem noch nicht ausgeschöpft ist. Denn immerhin 37 Prozent der Befragten, die noch nie ein entsprechendes Produkt gekauft haben, gaben an, grundsätzlich für den Erwerb offen zu sein. Zumindest theoretisch schlummert hier also noch ein großes Potential an Käufern.

Die Fleischproduktion verbraucht erhebliche Ressourcen

Die Motivation der Kunden unterscheidet sich dabei durchaus. Teilweise spielt die Sorge um das Tierwohl die entscheidende Rolle. In den letzten Jahren stand aber auch der Ressourcenverbrauch der Tierzucht verstärkt im Fokus. Denn weltweit wird der immer größer werdende Fleischkonsum durchaus zum Problem. So leiden beispielsweise die Böden, weil sie die zahlreichen Ausscheidungen der Tiere nicht mehr sinnvoll aufnehmen können. Während des Verdauungsvorgangs wird zudem das Klimagas Methan freigesetzt. Zu den Kunden der Fleischersatzprodukte gehören daher auch immer mehr Menschen, die sich um den Klimawandel sorgen. Ein weiteres Indiz für die zunehmende Verbreitung stellt zudem das Verhalten der Fastfood-Ketten dar. Denn auch diese haben immer mehr Produkte mit Fleischersatz ins Angebot genommen. Auch in Supermärkten sind die entsprechenden Produkte inzwischen regelmäßig zu finden.


Via: Der Standard

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1 Kommentar

  1. Leo

    24. November 2020 at 12:41

    Leute die ihren Fleischkonsum gezielt reduzieren, werden als Flexitarier bezeichnet.
    Omnivoren sind generell „Alles-Fresser“, unabhängig davon wie viele tierische Produkte sie konsumieren.

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