Die Trauminsel Bali hat ein Riesenproblem: Plastikmüll. Nur 60 Prozent des gesamten Abfalls landen hier auf der Deponie, der Rest verstopft Flüsse, verdreckt Strände und schwimmt im Meer herum. Im Dezember 2017 rief der Staat den Abfallnotfall aus, doch zwei kleinen Mädchen sind schon vier Jahre vorher aktiv geworden. Sie gründeten 2013 die NGO »Bye Bye Plastic Bags«, um sämtliche Plastiksäcke von ihrer Insel zu verbannen.


Zwei Mädchen ratten Bali vor der Plastikflut

Seit 2013 aktive Umweltschützerinnen

Isabel und Melati Wijsen sind eigentlich zwei ganz normale Mädchen, die auf der Insel Bali leben. Doch Isabel hatte letztes Jahr einen Termin im World Tourism Forum in Luzern, und zwar als Rednerin. Sie ist die Jüngere der zwei Schwestern, erst 16 Jahre alt und seit 2013 aktive Umweltschützerin. Beide haben schon einen langen Atem bewiesen und sind ihrem Ziel mittlerweile näher als je zuvor. Denn auch dank ihres Einsatzes verhängte Bali im Dezember 2018 endlich ein Verbot von Einwegprodukten aus Plastik wie Trinkhalme, Geschirr und natürlich auch die erwähnten Säcke.

»Wir haben unseren Töchtern vermittelt, dass alles möglich ist«

Das Forbes-Magazin wählte Isabel und Melati im Jahr 2017 unter die Top 10 der »inspirierendsten Frauen Indonesiens«. Zusammen traten die Schwestern schon vor den Vereinten Nationen auf, um ihre dringenden Appelle loszuwerden. Sie besuchen die sogenannte »Green School«, die aus Bambus errichtet wurde und vor allem die beiden Themen Eigeninitiative und Nachhaltigkeit im Blick hat. Die Schule fördert ihr Engagement und gibt zu wichtigen Terminen gern auch mal frei. Auch die Eltern sind unterstützend tätig, sie ermunterten ihre Kinder von Anfang an, aktiv zu werden. »Wir haben unseren Töchtern vermittelt, dass alles möglich ist«, äußerte sich die Mutter in Luzern.


Schon 2013 kämpften sich Iabel und Melati bis zum Gouverneur von Bali vor, weil ihre Anti-Plastik-Petition derart großen Anklang fand. Dann, 2017 trommelten die Schwestern über 12.000 freiwillige Helfer zusammen, um eine gewaltige Strandsäuberungsaktion durchzuführen. Ihre NGO produziert Einkaufstaschen aus alter Kleidung und gebrauchten Kartons und versorgt damit die Geschäfte, um Kunden eine Alternative zur Plastiktüte zu bieten. Bye Bye Plastic Bags verfügt mittlerweile über 350 Mitarbeiter und hat Filialen in 29 Ländern. Erstaunlich, was zwei „kleine“ Mädchen bewirken können.

Quelle: nzz.ch

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