Die Energiewende in Deutschland schreitet immer weiter voran. In den ersten drei Monaten dieses Jahres wurde nun ein neuer Rekordwert erreicht: Insgesamt kamen die Erneuerbaren Energien auf einen Anteil von 51,2 Prozent an der gesamten deutschen Stromproduktion. Erstmals wurde damit hierzulande in einem Quartal mehr Ökostrom ins Netz eingespeist als Strom aus konventionellen Energieträgern. Dies teilte das Statistische Bundesamt mit. Insgesamt stieg die Menge an Ökostrom im Vergleich zum selben Quartal des Vorjahres um 14,9 Prozent. Allerdings fiel der Anstieg bei den einzelnen Energieträgern sehr unterschiedlich aus. Den größten Sprung machte die Windkraft. Dafür verantwortlich war allerdings nicht unbedingt der Bau neuer Anlagen. Im Gegenteil: Die Branche befindet sich eigentlich in der Krise. Ein besonders windreiches Quartal sorgte nun aber für einen Anstieg um 21,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.


Windenergie Windräder
Foto: Wind power, Håkan Dahlström, Flickr, CC BY-SA 2.0

Der Ökostrom ersetzt vor allem Kohle- und Atomkraftwerke

Insgesamt trug die Windkraft damit mehr als ein Drittel zum deutschen Strommix bei – und nahm damit den Platz als wichtigster Energieträger überhaupt ein. Der sonnenreiche März sorgte zudem dafür, dass auch mehr Solarstrom erzeugt wurde. Der Anteil an der gesamten Stromerzeugung ist mit 4,8 Prozent aber noch vergleichsweise gering. Selbiges gilt für die Stromerzeugung aus Biomasse mit einem Wert von 5,5 Prozent. In Deutschland gilt zudem ein Einspeisevorrang für Ökostrom. Dies bedeutet somit auch: Ein Anstieg bei den Erneuerbaren Energien bedeutet automatisch, dass sich der Anteil der konventionellen Energieträger verringert. Tatsächlich war dies im ersten Quartal der Fall. Konkret sank die auf konventionelle Art und Weise erzeugte Strommenge um 21,9 Prozent. Auch hier verteilte sich der Rückgang aber sehr unterschiedlich auf die verschiedenen Energieträger. So verzeichneten die Gaskraftwerke lediglich einen Rückgang um rund ein Prozent.

Die Klimabilanz der Stromerzeugung verbessert

Anders sah die Situation hingegen bei der Kohle aus. Dort war ein Rückgang um 33,4 Prozent zu verzeichnen. Dadurch sank der Anteil an der gesamten Strommenge auf nur noch 22,3 Prozent. Aus Sicht des Klimas ist dies eine gute Nachricht. Denn Kohle zu verbrennen ist die Form der Stromerzeugung mit den höchsten CO2-Emissionen. Etwas stellt sich die Sache bei der Atomenergie dar. Diese ist grundsätzlich durchaus klimafreundlich, weil die Kraftwerke selbst keine Emissionen verursachen. Deutschland hat allerdings dennoch den Ausstieg aus dieser Technologie beschlossen, weil das Restrisiko eines atomaren Unfalls als zu hoch eingeschätzt wird. Daher werden aktuell nach und nach alle Atommeiler abgeschaltet. Logischerweise sinkt dadurch auch der Anteil der Atomkraft an der gesamten Stromerzeugung. Zumindest im ersten Quartal dieses Jahres ist es gelungen, die dadurch entstehenden Lücken durch nachhaltige Energieträger zu ersetzen. Für die Energiewende ist dies eine gute Nachricht.


Via: Statistisches Bundesamt

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