Einst besaßen die Niederlande zwei Atomkraftwerke, jetzt ist nur noch eines übrig. Dieses stammt aus dem Jahr 1973, ist also mittlerweile fast 50 Jahre alt. Es erhielt gerade eine Laufzeitverlängerung bis Ende 2033, doch es könnte noch Jahre darüber hinaus Strom produzieren. Der krasse Atomkraftausstieg wie in Deutschland ist also schon einmal gecancelt, doch es geht noch weiter: Nun holt die Regierung Informationen zum Bau neuer Kernkraftwerke ein.


 


»Eine Notwendigkeit im Kampf gegen den Klimawandel«

Auf Antrag der niederländischen Regierungspartei VVD präsentierte nun das Wirtschaftsministerium eine Untersuchung, die die Vorteile der Nukleartechnologie herausstellt. Die Studie stammt von der Beratungsgesellschaft Enco, die sich auf dieses Gebiet spezialisiert hat. Sie kommt unter anderem zu dem Schluss, dass die Kosten für Atomkraft nicht höher seien als für Wind- und Solarenergie, weil bei der Einspeisung von Kernenergie die Zusatzkosten für die Netzregelung und den Netzausbau wegfallen. Außerdem stuft der Weltklimarat der Vereinten Nationen sowie die internationale Netzagentur die Kernkraft als eine Notwendigkeit ein, um den Klimawandel zu blockieren.

Die Planungs- und Bauzeiten sind lang

Auch die VVD sieht die Nutzung von Atomkraft als »unverzichtbar« an. Die Erzeugung von Wind- und Sonnenenergie nimmt einfach zu viel Fläche in Anspruch, Öl und Gas hingegen sind echte Ausläufermodelle. Auf dem Gebiet der Biomassennutzung macht sich derzeit Skepsis breit, darum führt in der Langzeitperspektive bis zum Jahr 2050 kein Weg um die nukleare Stromerzeugung herum. Mit neuen Kernkraftwerken ließe sich auch die Abhängigkeit von Energieimporten aus den arabischen Ländern und aus Russland verringern. Die Planungs- und Bauzeiten sind allerdings lang, darum müsse das Projekt möglichst bald Fahrt aufnehmen.

Jetzt steht als Nächstes eine Marktuntersuchung an, die der Fragestellung auf den Grund geht, unter welchen Voraussetzungen Firmen in neue Atomkraftwerke investieren würden. Welche staatlichen Subventionen wären nötig? Und wo sollen die neuen Anlagen errichtet werden? Das alles klingt nicht so, als würden die Niederlande bei diesem Thema noch lange bei der puren Theorie verharren.

Quelle: energate-messenger.de

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