In den Diskussionen um den notwendigen Klimaschutz geht es zumeist um die Reduktion des CO2-Ausstoßes. Dies ergibt auch durchaus Sinn. Denn CO2 ist das mit Abstand am häufigsten austretende Klimagas. Will die Menschheit die Erderwärmung also begrenzen, muss sie an dieser Stelle ansetzen. Ein weiteres Klimagas sollte dabei aber nicht aus den Augen verloren werden: Methan. Denn auf einen Zeitraum von zwanzig Jahren gerechnet, entfaltet es eine 86-mal stärkere Wirkung als CO2. Vor diesem Hintergrund sind neue Zahlen, die der Stanford-Forscher Rob Jackson nun veröffentlichte, extrem beunruhigend. Seinen Studien zufolge hat der weltweite Methan-Ausstoß im Jahr 2017 einen neuen Rekordwert erreicht. Insgesamt gelangten demnach innerhalb von zwölf Monaten 600 Millionen Tonnen des Gases in die Atmosphäre.


Kühe Metangas
Foto: Curious Cows, Micolo J, Flickr, CC BY-SA 2.0

Für den Anstieg sind ausschließlich menschliche Aktivitäten verantwortlich

Verglichen mit dem Durchschnittswert der Jahre 2000 bis 2006 entspricht dies einem Anstieg um rund 50 Millionen Tonnen oder neun Prozent. Damit ist Methan nun für knapp ein Viertel der globalen Erwärmung aufgrund von Treibhausgasen verantwortlich. Die Forscher haben sich zudem auch angeschaut, wer für den erhöhten Ausstoß verantwortlich ist. Dies ist keine unwichtige Frage. Denn Methan gelangt auch auf natürliche Weise in die Atmosphäre – etwa bei Vulkanausbrüchen. Tatsächlich ist der Ausstoß der natürlichen Quellen über die Jahre aber weitgehend konstant geblieben. Für den Anstieg sind demnach ausschließlich menschliche Aktivitäten verantwortlich. Konkret benennen die Forscher drei Quellen: Die Förderung von fossilen Energieträgern, Mülldeponien und die Nutztierhaltung in der Landwirtschaft.

Methan baut sich schneller ab als CO2

Dazu passen auch die Weltregionen, in denen der Ausstoß am stärksten angestiegen ist: Afrika und der Nahe Osten, China und Südasien sowie Ozeanien. Die Studie weist allerdings auch auf zwei Hoffnung machende Aspekte hin. So ist der Ausstoß in Europa sogar leicht gesunken. Dies zeigt, dass es durch konsequente Gegenmaßnahmen durchaus möglich ist, das Problem zumindest zu beherrschen. Zum anderen ist Methan zwar schädlicher für das Klima als CO2. Gleichzeitig baut es sich aber auch deutlich schneller ab. Jetzt getroffene Gegenmaßnahmen wirken sich also vergleichsweise schnell aus. Dies gilt allerdings nur, solange die Permafrostböden nicht durch die Erderwärmung anfangen großflächig aufzutauen. Denn diese speichern große Mengen an Methan. Wird dieses freigesetzt, könnte dies eine Kettenreaktion in Gang setzen, die der Mensch dann kaum noch stoppen könnte.


Via: Die Zeit

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