Kanadas Norden gehört klimatisch zu den widrigsten Regionen der Welt. Viele Ortschaften können daher nur im Sommer auf klassischem Wege erreicht werden und müssen im Winter aus der Luft versorgt werden. Dies bringt allerdings einige Nachteile mit sich: So sind Lebensmittel im Norden Kanadas deutlich teurer. Auf der anderen Seite hinkt der Norden des Landes auch bei der wirtschaftlichen Entwicklung hinterher, weil aufgrund der mangelhaften Infrastruktur Investitionen ausbleiben. Eine Studie des Wissenschaftlers Barry Prentice von der „University of Manitoba“ für das kanadische Transportministerium präsentiert daher einen neuen Ansatz zur Lösung des Problems: Luftschiffe könnten die dünn besiedelten Regionen kostengünstig mit Waren versorgen.


Luftschiffe könnten Transporte auf dem Wasserweg ersetzen

Die Luftschiffe bringen dabei mehrere Vorteile mit sich. So benötigen sie nur wenig Platz, um zu starten und zu landen. Es müssen also keine riesigen Landebahnen gebaut werden. Gleichzeitig besitzen sie aber deutlich größere Transportkapazitäten als beispielsweise Helikopter. Die Luftschiffe könnten dabei für den Norden Kanadas die selbe Funktion erfüllen, die große Ozeandampfer im Welthandel übernehmen: Sie sind in der Lage, große Mengen an Waren vergleichsweise langsam, aber dafür kostengünstig zu transportieren. Auf lange Sicht geht die Studie davon aus, dass dies auf der einen Seite die Preise in den abgelegenen Regionen sinken lässt – auf der anderen Seite aber auch wirtschaftliche Aktivitäten stimulieren wird.


Die Zepellin-Technik feiert eine Renaissance

Die Hindenburgkatastrophe 1937 bedeutete zunächst einen enormen Rückschlag für die Zeppelintechnologie. Inzwischen allerdings haben einige Firmen wieder mit der Entwicklung von Luftschiffen begonnen. So arbeitet eine US-Firma beispielsweise an einem Aluminium-Luftschiff mit dem Namen Aeroscraft. Auch das US-Militär werkelte zwischenzeitlich an einem Luftschiff für den Einsatz in Afghanistan – stellte die Arbeiten inzwischen aber ein. Ingenieure aus England allerdings griffen diese Vorarbeiten wieder auf und entwickeln inzwischen das per Crowdfunding finanzierte Luftschiff Airlander. Ein ähnlicher Versuch in Deutschland misslang allerdings: In der alten Luftschiffhalle der Cargolifter AG befindet sich heute ein Spaßbad.

Via: Popsci

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