2019 war ein schwarzes Jahr für Malaysia: Damals starb dort der letzte männliche Sumatra-Nashornbulle und die Art verschwand aus dem Land. Doch Kertam, so der Name des Bullen, soll wieder aufstehen – und mit ihm die Kuh Iman, ebenfalls Sumatranashorn und vor Kertam verstorben. Aus den Hautzellen der beiden Tiere züchten Wissenschaftler Stammzellen, die wiederum zu neuen Keimzellen werden sollen. Danach soll es eine tierische Leihmutter richten.


Von <a rel=“nofollow“ class=“external text“ href=“https://www.flickr.com/people/21150935@N07″>Willem v Strien</a> – <a rel=“nofollow“ class=“external text“ href=“https://www.flickr.com/photos/21150935@N07/3244891359/“>flickr: IMG_2227</a>, CC BY 2.0, Link

Stehen wir in der Pflicht, das Nashorn zurückzuholen?

Um die Wissenschaftlerin Vera Zywitzka vom Max-Delbrück-Center für molekulare Medizin in Berlin hat sich ein Team gebildet, das an der Wiederauferstehung der Nashörner arbeitet. Zwar gibt es noch etwa 80 Exemplare außerhalb Malaysias, doch Kertams spezielle Ausprägung schien 2019 für immer verloren. In alten Zeiten wimmelte es in Ost- und Südasien geradezu von Sumatra-Nashörnern, ihr Aussterben hängt mit der Verbreitung menschlicher Zivilisation und den entsprechenden Verdrängungseffekten zusammen. Stehen wir deshalb in der Pflicht, das Sumatra-Nashorn zurückzuholen?

Die Befruchtung findet im Labor in Petrischalen statt

Vera Zywitzka befindet sich schon auf dem halben Weg zum Ziel. Sie konnte bereits aus Hautzellen flexible Stammzellen gewinnen und daraus Mini-Nashornhirne züchten. Fortpflanzungsfähige Keimzellen zu generieren, ist etwas schwieriger, doch bei Mäusen hat es schon geklappt. Andere Wissenschaftler konnten aus induzierten Stammzellen tatsächlich lebensfähige und fruchtbare Mäusenachkommen gewinnen, und das dient den Berliner Forschern als Vorbild. Die Befruchtung soll in Petrischalen stattfinden, wo der Embryo dann auch die ersten Zellteilungsphasen durchläuft. Danach geht es in die Gebärmutter einer Nashornkuh, die das neue Sumatra-Nashorn zur Welt bringen soll.


Wir müssen die Lebensräume der Tiere schützen!

Die im Max-Delbrück-Center verwendeten Methoden stammen aus dem Projekt »BioRescue«, das für das stark vom Aussterben bedrohte Nördliche Breitmaulnashorn ins Leben gerufen wurde. Gefördert wurde BioRescue vom Bundesforschungsministerium. Bis jetzt hat es Zywitzkas Team bis zur Züchtung induzierter pluripotenter Stammzellen (iPS-Zellen) geschafft, die wie Tumorzellen unendlich wuchern können. In ihnen schlummert das Potential, sich in jede beliebige Körperzellart verwandeln zu können, auch in Ei- oder Samenzellen. Die Wissenschaftlerin legt trotz ihrer Erfolge den Finger in die Wunde: Auch, wenn die Laborversuche gelingen und das Sumatra-Nashorn gerettet werden kann, gilt es in vorderster Linie die Lebensräume der Tiere zu schützen. Damit es nie mehr so weit kommt.

Quelle: wissenschaft.de

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