Das EU-Parlament hat gestern grünes Licht für das Verbot von Einweg-Plastikprodukten gegeben. Mit der Abstimmung erfolgte einer der letzten Schritte in einem Verfahren, das von der Politik schon seit einigen Wochen ins Rampenlicht gerückt wird und von der breiten Öffentlichkeit allgemein begrüßt wird. Das Verbot wird ab 2021 für alle Produkte gelten, für die umweltfreundlichere Alternativen existieren.


Verbot gilt ab 2021

Plastikteller und -besteck, Wattestäbchen, Strohhalme und Luftballonstäbe sowie Becher aus aufgeschäumten Polystyrol – für all diese Plastikprodukte existieren bereits Alternativen, die deutlich umweltfreundlicher sind. Und aus diesem Grund sollen diese Produkte ab 2021 aus den Regalen in der EU verschwinden. Dies beschloss das EU-Parlament gestern mit einer beeindruckenden Mehrheit: 560 der Abgeordneten stimmten für die entsprechende Richtlinie, 35 dagegen und 28 enthielten sich.


Die Richtlinie sieht außerdem vor, dass bis 2029 mindestens neun von zehn Plastikflaschen ins Recycling gehen und neu verkaufte Plastikflaschen bis 2025 zu mindestens 25 Prozent aus wiederverwertbaren Material bestehen müssen. Außerdem sollen die Hersteller verpflichtet werden, sich finanziell an Reinigungsaktionen zu beteiligen. Die EU wendet sich damit vor allem an die Hersteller von Zigaretten, da deren Filter an den Stränden ein echtes Problem darstellen.

Zustimmung der Mitgliedsstaaten erforderlich

Die Unterhändler der EU hatten sich bereits im Dezember auf die neue Richtlinie geeinigt. Nun fehlt noch die Zustimmung der Mitgliedsstaaten, die allerdings eher ein formeller Akt ist. Mit den neuen Regeln will die EU ihren Teil zur Vermeidung von Plastikmüll speziell in den Weltmeeren beitragen. Im Gebiet der Europäischen Union fallen laut der EU-Kommission pro Jahr mehr als 26 Millionen Tonnen Plastikmüll an. In Deutschland werden pro Kopf und Jahr 37,4 Kilo davon produziert, was deutlich über dem EU-Durchschnitt liegt.

Hinzu kommt die Problematik, dass von dieser großen Menge Abfälle weniger als ein Drittel recycelt wird, während der Rest verbrannt oder gelagert wird – und eben auch nicht selten im Meer landet. Eine Studie von Science kam zu dem Schluss, das pro Jahr weltweit etwa acht Millionen Tonnen Plastik im Meer landen. Davon seien mehr als die Hälfte Einwegprodukte und ein Viertel stammt von Fischen. Und in den nächsten Jahren ist keine Änderung in Sicht: 2050 könnte es in den Meeren auf der Welt mehr Plastik als Fisch geben. Und bereits heute ist Plastikmüll im Meer ein Problem, das unbedingt angegangen werden muss: Sowohl durch aktives Sammeln von Plastikmüll im Meer als auch durch die Vermeidung desselben.

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