Staaten mit hohem Wüstenanteil haben es in dieser Hinsicht gut: Ihnen mangelt es weder an Platz noch an genügend Sonnenenergie für ihre Solarmodule. Oben im Norden jedoch fehlte es vielerorts an freier Fläche, außerdem gibt es kaum effektive Speichermöglichkeiten. Zur Überbrückung langer Dunkelphasen sind Energiespeicher aber unerlässlich. Stauseen halten beides bereit: weitläufige Flächen und die Möglichkeit, die Energie für spätere Zeiten zurückzulegen. Das Konzept ist teilweise schon erprobt.


Solarmodule brauchen viel Platz — wohin damit?

Floatovoltaics als Energieerzeuger der Zukunft?

»Floatovoltaics« heißen sie, die schwimmenden Solaranlagen, die in manchen Gegenden der Welt schon Wirklichkeit sind. Eine Studie, die das US-Energieministerium in Auftrag gegeben hat, spricht iIhnen das Potential zu, allein in den USA pro Jahr etwa 10.600 Terawattstunden Strom zu produzieren. Das entspricht ungefähr einem Drittel des Energieverbrauchs der gesamten Erde. Dafür müssten sämtliche Stauseen des Landes mit Solarmodulen bedeckt werden – eine unvorstellbare Menge.

China hat auf diesem Gebiet wieder mal die Nase vorn

Der überschüssige Strom wird dazu genutzt, Wasser aus einem tieferliegenden Becken hinauf in den Stausee zu pumpen. Auf diesem Wege funktioniert die Speicherung, allerdings mit einem gewissen Effizienzverlust. Die Japaner errichteten schon im Jahr 2007 eine Anlage nach diesem Prinzip, die 2 Gigawatt Leistung bringt. Inzwischen hat aber China die Führung auf diesem Gebiet übernommen. In Europa hat die Idee noch kaum die Runde gemacht, nur in Portugal gibt es eine erste Versuchsanlage, die seit 2016 besteht. Dort wurden 840 Solarmodule aneinandergereiht, sie nehmen eine Fläche von 2.500 Quadratmetern für sich in Anspruch und erzeugen bis zu 220 Kilowatt Energie.


Wie funktioniert das unter winterlichen Bedingungen?

In Litauen geht man einer speziellen Fragestellung auf den Grund: Wie sind solche Systeme nutzbar, wenn der zugehörige See im Winter einfriert? Das ist noch völlig unerprobt und auch für Deutschland interessant. Man könnte die Solarmodule und den See auch räumlich trennen: Die Technik befindet sich dann weitgehend an Land, nur die Speicherung erfolgt auf dem genannten Weg im See. Die Überdachung von Stauseen bringt ohnehin ihre eigenen Probleme mit, sowohl technischer und landschaftlicher als auch ökologischer Art. Daran wird nun an vielen Orten der Welt gearbeitet, und das neue Konzept tragfähig zu machen.

Quelle: stern.de

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1 Kommentar

  1. Achmed Khammas

    29. November 2020 at 17:01

    Eine weitere sinnvolle Umsetzung ist die Nutzung senkrechter Gebäudeflächen, insbesondere bei großen Glas/Stahl-Hochhäusern, deren Fassaden in dichten urbanen Zentren riesige Flächen ausmachen. Stichwort Solarfenster: https://www.buch-der-synergie.de/c_neu_html/c_04_28_sonne_sonnenhaeuser_23_solarfenster.htm

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