Deutschland gilt weltweit als Autoland. Kaum ein anderer Staat hat so viele erfolgreiche Autohersteller hervorgebracht. Doch neue Entwicklungen stellen diese Vormachtstellung in Frage. Denn die klassischen Autos mit Verbrennungsmotor und menschlichem Fahrer könnten schon bald der Vergangenheit angehören. Gleichzeitig drängen ganz neue Firmen auf den Markt. So wird das autonome Fahren nicht zuletzt von Technologiekonzernen – beispielsweise Google – vorangetrieben, die in der Vergangenheit gar nichts mit dem Autobau zu tun hatten. Der BMW-Konzern reagiert nun auf diese neue Konkurrenz und wird in der Nähe von München ein eigenes Forschungs- und Entwicklungszentrum für autonomes Fahren aufbauen. Rund 2.000 Mitarbeiter werden dort dann am Auto der Zukunft arbeiten.


Intel und Mobileye gehören zu den Kooperationspartnern

Auch bisher wird bei BMW bereits in diese Richtung geforscht, allerdings an verschiedenen Standorten. Nun soll die im Konzern bereits vorhandene Expertise gebündelt und durch Neueinstellungen ergänzt werden. So sucht das Unternehmen bereits nach Ingenieuren, Software-Entwicklern und IT-Spezialisten für das neue Kompetenzzentrum. München wurde dabei als Standort ausgewählt, weil sich dort auch die Unternehmenszentrale und das Stammwerk des Konzerns befinden. BMW kooperiert bei der Entwicklung selbstfahrender Autos zudem mit namhaften ausländischen Firmen. Neben dem weltgrößten Chiphersteller Intel ist beispielsweise auch der israelische Roboterspezialist Mobileye einer der Partner des Münchener Autobauers.


Ein fahrerloser BMW fuhr bereits durch Peking

Ziel der Anstrengungen ist es, im Jahr 2021 ein erstes selbstfahrendes Auto mit BMW-Logo auf den Markt zu bringen. Um die dafür notwendigen Forschungs- und Entwicklungsschritte möglichst schnell zu erreichen, soll das neue Entwicklungszentrum einer Art Campus mit flacher Hierarchie gleichen. Neue Ideen und Lösungsansätze können so zeitnah ausprobiert und weiter entwickelt werden. Im vergangenen Jahr fuhr zudem bereits ein fahrerloser BMW durch die Straßen von Peking. In einer Kooperation mit der chinesischen Suchmaschine Baidu war damals ein 3er BMW entsprechend umgebaut worden und absolvierte die rund dreißig Kilometer lange Strecke unfallfrei. Langfristig will Baidu aber eigene autonome Autos entwickeln und verkaufen.

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