Möglichst wenig Platz soll es einnehmen, dabei absolut individuell funktionieren und dabei sowohl der Metro als auch dem Auto den Rang ablaufen: Das kalifornische Unternehmen Glydways entwickelt in Atlanta ein neuartiges Verkehrssystem mit autonomen Elektrofahrzeugen, die sich auf einer eigenen Fahrspur bewegen, so breit wie ein Radweg. Zunächst werden es nur 0,8 Kilometer Versuchsstrecke sein, mit dem Potenzial, bis zu 10.000 Personen pro Stunde zu befördern.


Atlantas Verkehrssystem bekommt zukunftsträchtigen Nachwuchs

Start des Testbetriebs für Dezember 2026 geplant

Der genaue Standort der Probestrecke ist South Metro Atlanta, zwischen dem ATL SkyTrain am Georgia International Convention Center und der Gateway Center Arena. Der Testbetrieb soll im Dezember 2026 starten und zunächst für alle Passagiere kostenlos sein. Später sind im Busverkehr übliche Ticketpreise geplant, für ein barrierefreies System, das rund um die Uhr bedarfsgesteuert verfügbar ist. Glydways argumentiert, dass Städte dringend zusätzliche Transportkapazität benötigen, die nicht mit dem bestehenden Verkehr in Konkurrenz steht. »Einfach autonome Fahrzeuge auf offene Straßen zu schicken, löst das Stauproblem nicht«, erklärt Mitbegründer Mark Seeger und fügt hinzu: »In vielen Städten verschlimmert es die Situation sogar.«

Tokio, Dubai und New York sind interessiert

Seegers Unternehmen steht bereits mit Dubai und Abu Dhabi im Gespräch, ebenso wie mit anderen interessierten Städten und US-Bundesstaaten: Tokio, New York, Florida und Kalifornien befinden sich schon in Wartestellung für das KI-gesteuerte System, in das sich Passagiere per App einbuchen können. Ohne Zwischenhalte, in konstanter Geschwindigkeit, soll es damit auch auf längeren Strecken direkt von A nach B gehen. Teilweise schließen sich die Kapseln dabei unterwegs zu Verbänden zusammen – doch jedem Passagier bleibt mit seiner privaten Gruppe der eigene, abgetrennte Raum erhalten.


Ausweitung zunächst für stark frequentierte Korridore geplant

Die Baukosten sollen sehr viel niedriger liegen als bei herkömmlichen Schienenverkehrssystemen. Daneben kündigt Glydways eine deutlich zügige Errichtung an. Konkrete Preis- und Zeitangaben blieben bislang aus. Eine Machbarkeitsstudie der der Metropolitan Atlanta Rapid Transit Authority (MARTA) wird die Leistung der Probestrecke bewerten und entscheiden, ob sich eine Ausweitung auf ganz Atlanta lohnt. Zuerst kämen dann stark frequentierte Korridore »dran«, wie Pendlerstrecken aus den Vororten und Flughafenanbindungen.

»Was in South Metro Atlanta beginnt, ist für die ganze Welt gedacht«, betont Chris Riley, Chief Commercial Officer des Unternehmens. Die Technik wird dabei sicher nicht das Problem sein. Viel eher steht die Frage im Raum, ob die Rechnung finanziell aufgeht. Wenn ja, dann: Bingo, wir haben das städtische Verkehrssystem der Zukunft entdeckt!

Quelle: newatlas.com  

1 Kommentar

  1. Achmed Khammas

    22. Februar 2026 at 14:21

    Die Idee von Podcars geht mindestens auf das Jahr 1953 zurück – und wurde in einigen Bereichen auch schon umgesetzt, die die Chronologie der Podcars und People Mover dokumentiert: https://www.buch-der-synergie.de/c_neu_html/c_11_12_neu_mobile_prt_16_podcars.htm

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