Eierschalen landen im Müll. Warum eigentlich, fragten sich australische Forscher. Man kann doch was draus machen. Dan hatten sie eine verblüffende Idee. Wenn man sie kocht, verwandelt sich die dünne Haut an der Innenseite der Schalen in ein leitfähiges Material. Jetzt zerstampften sie die Schalen in einem Mörser und formten aus dem Pulver, dem sie ein nicht genanntes Bindemittel zufügten, eine Folie. Diese nutzten sie als Elektrode einer Batterie, und sie staunten nicht schlecht. Die Eierschalen erwiesen sich als höchst effektiv, was die Speicherung von Strom angeht.


Neue Batterie sollte preiswerter werden

Die Menschen in aller Welt essen jährlich Milliarden Eier. Bisher landet ein kleiner Teil davon im Biomüll. Der überwiegende Rest, vor allem der von industriell verwerteten Eiern, ist Hausmüll. „Das können wir ändern“, sagen Manickam Minakshi und seine Studentin Kethaki Wickramaarachchi von der Murdoch University im australischen Perth. Und begannen zu experimentieren. Ihr Ziel war eine leistungsfähige Batterie aus preiswerten oder gar kostenlosen Rohstoffen.


Minakshi arbeitet seit Jahren an der Entwicklung von preiswerten Batterien. 2012 stellte er eine salzwasserbasierte Natrium-Batterie her, die ähnliche Eigenschaften hat wie eine Lithium-Ionen-Batterie. Durchgesetzt hat sie sich allerdings nicht, obwohl sie in der Herstellung billiger ist – Natrium ist in der Erdkruste vielfach häufiger zu finden als Lithium. Doch eine Salzwasserbatterie benötigt regelmäßige Wartung.

Aus Apfelresten werden Elektroden

„Wenn es uns gelingt, die Salzwasserbatterie mit den Elektroden aus Eierschalenpulver zu kombinieren und einen Weg finden, diese Stromspeicher in großem Stil herzustellen, ist das die Lösung für den Energiespeicherbedarf der Welt“, sagt Minakshi voller Selbstbewusstsein.

Dass man auf Naturprodukte Elektroden fertigen kann hatten zuvor schon Forscher am Helmholtz-Instituts Ulm gezeigt, die mit den australischen Wissenschaftlern zusammenarbeiten. Sie fertigten ein kohlenstoffbasiertes Aktivmaterial aus Apfelresten. Professor Stefano Passerini und Daniel Buchholz stellten daraus die negative Elektrode einer Natrium-Ionen-Batterie her.

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