Nachhaltigkeit misst sich bei Kraftfahrzeugen nicht nur am Verbrauch, sondern auch an der Länge der Nutzbarkeit: Diesbezüglich haben alte Mercedes-Fabrikate seit Jahrzehnten die Nase vorn! Mehr als 7 Millionen Kilometer soll nun ein Mercedes-Taxi auf Gran Canaria während seiner Lebensspanne zurückgelegt haben – und es läuft immer noch. Ließen sich solche Leistungen mit moderner Technik und Energieeffizienz verbinden, hätten wir viel gewonnen.


Ein alter Mercedes „hält ewig“

Theoretisch 175 Mal die Erde umrundet

Bei dem Rekord-Taxi handelt es sich um einen W123 in der seltenen Langversion. Und es läuft und läuft und läuft … seit August 1988 auf Grand Canaria. Die 7 Millionen Kilometer basieren auf Betreiberangaben, sind aber glaubhaft. Die Insel verlassen hat der Wagen seit seiner Ankunft nie, trotzdem schaffte er es, (theoretisch) 175 Mal um die Erde, indem er rund um die Uhr drei Acht-Stunden-Schichten absolvierte. Jeden Tag etwa 700 Kilometer, pro Woche etwa 5000.

Das „Schiff“ hat einen verlängerten Radstand und misst in der Gesamtlänge 5,355 Meter. Zusätzlich zum Fahrer finden sieben weitere Personen bequem Platz. Der Motor: ein Vorkammerdiesel OM 616 mit 2,4 Litern Hubraum und 72 PS mit mechanischer Einspritzung. Gekauft und in Betrieb genommen hat den Wunderwagen der Taxi-Unternehmer Domingo um 1985 – seit 1988 ist das Auto als Taxi gemeldet. Mittlerweile hat der Sohn den Betrieb und damit auch den historischen Mercedes übernommen, der auf Gran Canaria längst als Attraktion gilt. Der heutige Betreiber schätzt, dass auf den Sitzen rund 1,4 Millionen Fahrgäste saßen, meist auf ihrem Transfer zum Hotel und zurück.


Sorgsame Wartung trägt ihren Teil bei

Die lange Haltbarkeit ist kein Selbstläufer, auch wenn die Technik die besten Voraussetzungen dafür bietet. Der Wagen wird konsequent gewartet, bekommt jede Woche frisches Motoröl und wird nach jeder Million Kilometer vollständig zerlegt, geprüft und zusammengesetzt. Einmal in der langen Zeit fand ein Motortausch statt. 2022 gab es einen Unfall, der den Mercedes für eine Weile schachmatt setzte.

Die hohe Laufleistung ist nicht offiziell beglaubigt, doch lässt sie sich durch einfaches Nachrechnen überprüfen: Das theoretische Maximum ist rechnerisch nicht erreicht, weil das Auto zwischendurch ein paar Ruhepausen eingelegt hat.

Quelle: forschung-und-wissen.de 

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