Kernreaktoren im Weltraum sollen zuverlässigen Strom liefern, wo Solarpanels an ihre Grenzen stoßen. In langen Schattenphasen, weit weg von der Sonne oder bei besonders hohem Energiebedarf können sie über viele Jahre hinweg liefern, liefern, liefern … So lassen sich leistungsfähige Antriebe und energieintensive Instrumente von Raumfahrzeugen durchgehend betreiben, sozusagen mit Energie „von nebenan“. Die USA möchten mit den für Ende 2028 geplanten All-Atomkraftwerken keinen Strom für die Erde erzeugen, somit ergibt sich gar nicht erst das Problem, die Energie verlustfrei über die lange Strecke zu liefern. Die USA planen Atomkraft im All Ab 2030 sollen erste Atomkraftwerke auf dem Mond stehen Während die USA für die ersten Kernreaktoren im All das Jahr 2028 anvisieren, planen sie ab 2030, den Mond zur atomaren Energieerzeugung zu nutzen. Den engen Takt gibt eine nationale Initiative aus April 2026 vor. Mehrere zivile und militärische Projekte sollen an einem Strang ziehen, um Komponenten, Tests und Lieferketten zu teilen. Einen Anfang macht die Firma Antares: Sie erhielt einen 161-Millionen-Dollar-Auftrag, ihren kompakten Reaktor R1-S zuerst am Boden zu testen, um ihn dann in ein Raumfahrzeug einzubauen und fit für den Flug ins All zu machen. Dabei kann das Unternehmen auf eigene Vorarbeit bauen: Der Prototyp Mark-0 erzielte im Juni 2026 Kritikalität. Für 2027 ist ein sechsmonatiger Test des Nachfolgemodells Mark-1 geplant. Erst 20 Kilowatt geplant, dann eine Anlage mit 100 Kilowatt Das technische Ziel lautet wie folgt: Erste NASA-Kleinstkraftwerke sollen im Weltall über drei Jahre mindestens 20 Kilowatt liefern – auf dem Mond dann fünf Jahre lang. Mindestens eines der Modelle soll im späteren Verlauf auf 100 Kilowatt erweitert werden. Das Verteidigungsministerium plant parallel dazu eine eigene, mittelgroße Anlage bis zum Jahr 2031. Daneben läuft die Mission SR-2 Freedom der NASA an. Sie soll Ende 2028 in ihrer ersten Marsmission zum ersten Mal einen Kernreaktor als elektrischen Antrieb für ein Raumfahrzeug jenseits der Erdumlaufbahn verwenden. Auch in diesem Fall soll es sich um eine 20-Kilowattanlage mit Brayton-Kreislauf handeln. Ob das alles wirklich klappt, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab: Funktioniert die Wärmeabfuhr im Vakuum? Ist die Betriebssicherheit wirklich gegeben? Können Behörden guten Gewissens eine Startfreigabe gebegeben? Der Weg ist weit, der Zeitplan ambitioniert. Aber: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Quelle: scinexx.de Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende. Facebook Facebook Twitter Twitter WhatsApp WhatsApp Email E-Mail Newsletter