Warum erst beim Führerschein einen Erste-Hilfe-Kurs machen – oder sogar niemals im Leben? Jeder geschulte Ersthelfer zählt, denn je schneller im Ernstfall jemand gezielt eingreift, desto besser. Natürlich können auch schon Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre Menschenleben durch Reanimation und stabile Seitenlage retten, wenn sie sich damit auskennen. Warum also nicht an der Schule neben Mathe und Deutsch noch etwas wirklich Bedeutsames lernen? In NRW soll es jetzt für Schüler verpflichtend so weit sein.


Erste Hilfe wird in NRW für Schüler verpflichtend

Lehrer sollen Schüler verpflichtend in Erste Hilfe schulen

Erste-Hilfe-Kurse in Schulen waren bisher freiwillig, im Rahmen von Modellprojekten. 2017 und 2020 führten ärztliche Partner solche Lehrveranstaltungen in NRW mit über 40.000 Schülerinnen und 1.000 Lehrern durch. Jetzt sollen speziell ausgebildete Lehrer die Kinder verpflichtend in Erste Hilfe schulen, in 90-minütigen Übungskursen. Schon 2025 wies das Schulministerium dieses Bundeslandes alle Schulen an, mindestens je zwei Lehrer zu Reanimations-Ausbildern zu qualifizieren.

Das zuständige Ministerium für Schule und Bildung äußert sich dazu so: »Ziel ist es, die Verantwortung für erfolgreiche Reanimationen breiter in der Gesellschaft zu verankern und klarzumachen: Es gibt nur eins, das man falsch machen kann: nicht zu helfen.« Außerdem seien Lehrkräfte mit ihren Schülern vertrauter als von außen eingeladenes medizinisches Personal, sie könnten dieses Thema am besten altersgerecht vermitteln.


Zehn Reanimationsphantome für jede Schule in NRW

Für die Schulung soll es an jeder Schule zehn sogenannte Reanimationsphantome geben, also Puppen, an denen Schüler Beatmung und Herzdruckmassage erlernen. So kann auch spontan in Vertretungsstunden die Erste Hilfe als Wiederholungsstoff geprobt werden. Verpflichtend soll nur eine einmalige Schulung jedes Schülers ab der 7. Klasse sein. Zur Koordination des Erste-Hilfe-Unterrichts rief das Ministerium eine gesonderte Geschäftsstelle ins Leben, die auch die Lehrerfortbildung organisiert. Die Björn-Steiger-Stiftung und die Deutsche Herzstiftung spenden neben den vom Land NRW gekauften Reanimationphantomen weitere Puppen für insgesamt 400.000 Euro.

Quelle: wdr.de 

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