Ein neu erstelltes, regionales Klimamodell des Helmholtz-Zentrums Hereon legt nahe, dass der massive Ausbau der Offshore-Windenergie Einfluss auf die Niederschlagsverteilung hat. Die Windparks entziehen der Luft immer einen Teil Bewegungsenergie und erzeugen zusätzlich Turbulenzen. Dadurch verändern sie die Windgeschwindigkeit ebenso wie die vertikale Luftdurchmischung und den Transport von Feuchtigkeit. Frühere Forschungsarbeiten zeigten bereits Auswirkungen auf Luftströmungen und Temperaturen. Das Team um Naveed Akhtar fügt nun neue Erkenntnisse hinzu.


Offshore-Windkraft kann Küsten trockener machen

Simulierte Windgeschwindigkeiten sanken über den Anlagen ab

Die Wissenschaftler analysierten mit dem hochauflösenden Klimasimulationsmodell COSMO-CLM bestehende Anlagen des Jahres 2023 sowie Szenarien für 2030 und die Zeit nach 2050. Die meteorologische Grundlage lieferten die Wetterlagen der Jahre 2008 bis 2017. Die Windanlagen tauchten im Modell als Energiesenke und Turbulenz-Quelle auf, bei Turbinenleistungen von 5, 10 und 15 Megawatt. Die simulierten Windgeschwindigkeiten sanken über den Anlagen in zehn Meter Höhe stellenweise um zwei bis drei Meter pro Sekunde ab.

In Teilen Jütlands fiel im Modell 15 Prozent weniger Regen

Die heutigen und die für 2030 angenommenen Kraftwerke hatten nur geringe Auswirkungen auf den Niederschlag, und diese blieben weitgehend aufs Meer beschränkt. In dem weitreichenderen Szenario für die Zeit nach 2050 stieg der Modell-Niederschlag über den mit den Offshore-Anlagen bebauten Flächen um rund acht bis zehn Millimeter pro Monat, also um rund zwölf bis 18 Prozent. In den angrenzenden Küstenabschnitten war das Gegenteil der Fall, dort sank der simulierte Regen um etwa fünf bis acht Prozent. Teile Jütlands in Dänemark mussten sogar auf 15 Prozent Regen verzichten. Die Auswirkungen waren bei Südwestwind sowie im Herbst und Winter besonders stark, im Sommer gab es kaum einen Effekt.


Die Ursache für die veränderte Regenverteilung liegt in der Luftströmung. Oberhalb der Parks steigt die feuchte Luft auf, kühlt unterwegs ab, kondensiert und fällt als Regen herunter. Dadurch gelangt weniger Feuchtigkeit bis zum Land. Aber Achtung: Die Ergebnisse der Modellstudie sind keine exakte Vorhersage. Zur besseren Einordnung fehlen Vergleiche mit anderen Modellen und langfristige Beobachtungen.

Quelle: scinexx.de 

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