Es brummt und brummt und brummt. Anwohner in Oberwiera im Landkreis Zwickau berichten von einem Geräusch, das klingt, als würde dauerhaft ein Flugzeug kreisen. Rund um die Uhr, Tag und Nacht. Dabei sollte das größte Windrad Sachsens ein Erfolgsprojekt sein, das lautlos 5.000 Haushalte mit Strom versorgt. Jetzt wird es nach gerade einmal 2,5 Jahren abgerissen, weil nichts gegen den Dauerlärm geholfen hat. Symbolbild Windkraftwerk Mega-Windkraftwerk war als Geldquelle willkommen Die Stadt habe keine Industrie, der größte Zahler von Gewerbesteuer sei die Agrargenossenschaft: So erklärt der ehrenamtliche Bürgermeister von Oberwiera, warum seine Stadt den Bau des Mega-Windkraftwerks damals begrüßte. 10 Millionen Euro hat der Betreiber investiert, er wohnt vor Ort und wollte wahrscheinlich nicht nur sich, sondern auch den rund 1000 Nachbarn einen Gefallen tun. Doch was nützen frische Einnahmen der Stadtkasse, wenn der ganze Ort unter einer nicht besiegbaren Geräuschkulisse leidet? Rettungsversuche für das Windrad schlugen fehl Es gab verschiedene Versuche, das 169 Meter hohe Windrad zu retten und die Anwohner zufriedenzustellen. Der Betreiber stellte phasenweise den Nachtbetrieb ein und ließ das Getriebe aufwändig per Kran auswechseln. Geholfen hat das alles nichts. Es hagelte weiter Beschwerden und der Bürgermeister musste selbst feststellen, dass das dauerhafte Brummen vor allem in stiller Umgebung unüberhörbar ist. Zu hören sei das auch bei geschlossenen Fenstern, erklärten die Dorfbewohner. Der Hersteller dieses Windrads, Vestas, führt die Probleme auf eine »einmalige Kombination standortspezifischer Rahmenbedingungen und anlagenspezifischer Charakteristika« zurück Brummgeräusche seien bei Windrädern selten, Beschwerden gäbe es kaum. Gemäß einer Forsa-Umfrage für die Fachagentur Wind und Solar hat die Akzeptanz für Wind- und Solaranlagen in der Bevölkerung zwar ein wenig abgenommen, doch die Befürworterquote liegt noch immer bei 69 Prozent. Kostenfrage für den Rückbau ist nicht geklärt Jetzt muss das Windrad von Oberwiera weichen, währen die Kostenfrage ungeklärt bleibt. Der Anlagenbetreiber ist immerhin einverstanden. Die Einwohner möchten nun gar keine Windräder mehr, aber theoretisch besteht die Möglichkeit, dass an selber Stelle – oder anderswo im Ort – ein neues Kraftwerk dieser Art entsteht. Quelle: merkur.de Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende. Facebook Facebook Twitter Twitter WhatsApp WhatsApp Email E-Mail Newsletter