Rückenschmerzen, Fibromyalgie, Arthrose: Millionen Menschen liegen nachts wegen Schmerzen wach, finden kaum Erholung. Die dauerhafte Einnahme gängiger Schmerzmittel ist eine schwache Lösung, weil ihre Nebenwirkungen den Körper noch mehr schädigen, aber auf andere Weise, können. Doch wie lassen sich chronische Schmerzen sonst bekämpfen, auf sanfte, schonende Art? Eine Auswertung vorhandener klinischer Studien aus Australien legt nahe: Vielleicht geht es mit dem Schlafhormon Melatonin. Melatonin könnte ein wirksames Schmerzmittel sein Kann Melatonin mit Schmerzmitteln konkurrieren? Unsere Zirbeldrüse produziert Melatonin, vor allem, wenn es Richtung Abend geht. Das Hormon hilft beim Ein- und Durchschlafen, entfaltet nebenbei aber auch eine entzündungs- und schmerzmodulierende Wirkung – nicht nur im Nervensystem, sondern auch in verschiedenen Geweben. Das Ganze macht Sinn, denn zum Einschlafen ist nun einmal gewisse Schmerzfreiheit nötig. Das Forscherteam um Kangchao Wu und Paulo Ferreira von der University of Sydney und der Edith Cowan University stellte sich nun die Frage: Kann Melatonin mit klassischen Schmerzmitteln konkurrieren? Schließlich gibt es das Hormon bereits zur Einnahme und in Pflasterform, es ließe sich also leicht über die körpereigene Produktion hinaus nutzen. Meta-Analyse von 23 weltweiten Studien Die Wissenschaftler werteten Daten aus 23 randomisierten Studien mit insgesamt 2028 aus. Die Untersuchungen hatten zuvor in verschiedenen Ländern von USA über Iran bis nach China stattgefunden. Die Probanden litten unter verschiedenen schmerzhaften Erkrankungen, zum Beispiel an Arthrose, Rückenschmerzen und den Zustand nach Gelenkersatz oder einer Wirbelsäulenoperation. Jeder von ihnen erhielt über einen gewissen Zeitraum Melatonin und in der Meta-Analyse kam heraus: Ihre Schmerzintensität sank im Mittel um etwa nun Punkte auf einer Skala von 0 bis 100. Das entspricht ungefähr der Wirkung von Ibuprofen und ähnlichen Schmerzhemmern. In einer methodisch besonders exakten Untersuchung lag die Linderung sogar bei rund 10 Punkten und somit leicht höher. Die Schlafqualität der Probanden hatte sich ebenfalls weitgehend verbessert. Bis zu 10 Milligramm Melatonin gelten laut der Studienautoren als »gut verträglich«, mit Nebenwirkungen im Placebobereich. Trotzdem birgt diese Meta-Studie das Risiko für Ungenauigkeiten – und eine Medikamentengabe sollte immer ausschließlich unter Absprache mit dem behandelnden Arzt geschehen. Also erst mit dem Mediziner sprechen, bevor du selbst eine Maßnahme ergreifst! Quelle: forschung-und-wissen.de Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende. Facebook Facebook Twitter Twitter WhatsApp WhatsApp Email E-Mail Newsletter