Proteinprodukte sind derzeit der Hit. Ob in Riegelform, als Joghurt oder Kaffee: Es gilt als gesund, jeden Tag eine ordentliche Portion Eiweiß aufzunehmen. Tatsächlich braucht unser Körper bestimmte Aminosäuren als Bausteine für die Muskelfasern, aber auch, um Enzyme, Hormone, Antikörper und Transportmoleküle herzustellen. Doch jede Medaille hat zwei Seiten, und in diesem Fall haben Forscher auf der Rückseite eine schnellere Alterung entdeckt.


Zu viele – und die falschen – Proteine fördern offenbar die Alterung

Proteinrestriktion statt Kalorienzählen

Bislang galt es als gesichert, dass eine dauerhafte reduzierte Zufuhr von Kalorien die Lebensspanne zahlreicher Organismen erhöhen kann. Denn die Diät senkt verschiedene Erkrankungsrisiken, die mit dem Altern im Zusammenhang stehen. Über Jahre hinweg wenig zu essen, das hält jedoch kaum jemand durch, darum suchen Forscher seit langem nach Alternativen. Die sogenannte Proteinrestriktion ist ein sehr wahrscheinlicher Kandidat: Hierbei kann die Kalorienzufuhr im Normalbereich bleiben, während der Eiweißanteil der Nahrung stark sinkt. Das Leberhormon FGF21 stellt in diesem Fall den Stoffwechsel um und sorgt nebenbei damit für eine verzögerte Alterung.

Methionin fördert besonders stark die Alterung

Eine neue wissenschaftliche Übersichtsarbeit, die 350 Einzelstudien unter die Lupe nahm, zeigt nun, dass offenbar auch das Gegenteil gilt: Zu viele Proteine – und vor allem die Falschen! – fördern das Altern unseres Körpers. Als besonders aktiv in diese Richtung gilt das Methionin, eine schwefelhaltige Aminosäure, die häufig in tierischen Lebensmitteln wie Fisch, Eiern und Fleisch vorkommt. Außerdem findet sich dieser Stoff besonders oft in Nahrungsergänzungsmitteln für den Muskelaufbau. In Tierversuchen zeigten sich bei Senkung der Methionin-Zufuhr Verbesserungen beim Blutzucker, den Entzündungsmarkern und beim Körperfett.


Allerdings bleibt die positive Wirkung von Proteinen für Muskelaufbau und -regeneration unbestritten. Auch Menschen mit Muskelschwund und anderen einschlägigen Erkrankungen profitieren von einer erhöhten Proteinaufnahme. Im Einzelnen sollte das jeder mit seinem Arzt oder professionellen Ernährungsberater absprechen. Was bleibt, ist wieder einmal die Feststellung: Wo viel Licht ist, da ist auch viel Schatten.

Quelle: forschung-und-wissen.de 

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