Bevor Menschen dauerhaft auf dem Mond leben können, muss jemand den Boden ebnen. Genau dieser Aufgabe widmen sich das Raumfahrtunternehmen Interlune und der Baumaschinenhersteller Vermeer nun mit einer erweiterten Partnerschaft. Ziel ist ein einsatzbereites Gerät zur Vorbereitung von Landeplätzen, Straßen und Fundamenten auf dem Mond, das bereits 2028 oder 2029 zum Einsatz kommen soll. Ursprünglich hatten sich Interlune und Vermeer zusammengeschlossen, um Helium-3 aus dem Mondregolith zu gewinnen. Ihren ersten voll funktionsfähigen Prototyp eines Mondbaggers stellten die Unternehmen bereits 2025 vor. Im März kündigte die NASA jedoch ein Zehnjahresprogramm mit einem Volumen von 30 Milliarden US-Dollar für den Aufbau einer permanenten Mondbasis an. Interlune-Mitgründer und CEO Rob Meyerson erkannte darin eine Gelegenheit, die Zusammenarbeit mit Vermeer auf weitere Aufgabenfelder auszuweiten. Bild: NASA Ebnen, verdichten, graben Ein künftiges Bauprojekt auf dem Mond umfasst weit mehr als nur das Aufstellen von Habitaten. Ingenieurteams müssen Straßen anlegen, Oberflächen verdichten, Gräben für unterirdische Versorgungsleitungen ausheben und Gestein beiseite räumen. Auch Schutzwälle rund um künftige Kernreaktoren könnten mit der Technik entstehen. Vermeer-CEO Jason Andringa, der vor seiner Zeit im Familienunternehmen als Ingenieur am Jet Propulsion Laboratory der NASA arbeitete, bezeichnet den Mond als anspruchsvollste Baustelle, die sein Unternehmen je betreten hat. Das erste gemeinsame Gerät wird sich laut Meyerson auf drei Kernfunktionen konzentrieren: Nivellieren, Gesteinsentfernung und Verdichtung. Andringa beschreibt das Funktionsprinzip als eine Art Oberflächenbergbau, bei dem eine große Trommel die oberste Regolithschicht abträgt, bevor diese verdichtet wird. Wie oft die Trommel über den Boden fahren muss, hängt von der genauen Beschaffenheit des Materials am jeweiligen Standort ab. Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.Mehr erfahren Video laden YouTube immer entsperren Extreme Bedingungen als Herausforderung Anders als auf der Erde muss die Ausrüstung mit scharfkantigem Mondstaub, extremen Temperaturschwankungen und erheblichen Kommunikationsverzögerungen zurechtkommen. Menschliche Fernsteuerung in Echtzeit scheidet damit weitgehend aus, was ein hohes Maß an Autonomie erfordert. Es ist geplant, das System zunächst auf der Erde zu testen und anschließend mit einem Mondfahrzeug zu koppeln, bevor eine Demonstration auf dem Mond folgt. Der Zeitplan orientiert sich an der Artemis-5-Mission der NASA, für die derzeit ein Start Ende 2028 vorgesehen ist. Im Rahmen dieser Mission sollen sogenannte Lunar Terrain Vehicles zum Mond gebracht werden, an die sich das neue Werkzeug andocken lässt. Ein kleiner, aber besonderer Teil des Geschäfts Von den rund 4.500 Mitarbeitenden bei Vermeer arbeiten derzeit nur etwa zehn an Mondprojekten, und selbst diese betreuen parallel weitere Aufgaben. Andringa sieht darin dennoch mehr als nur ein Nischenprojekt: Die Erkenntnisse aus der Arbeit für den Mond sollen auch die Baumaschinen verbessern, die Vermeer auf der Erde einsetzt. Auch mit dem texanischen Unternehmen Astroport Space Technologies, das ebenfalls robotische Systeme für den Mondbau entwickelt, sieht Andringa keine Konkurrenzsituation, sondern genug Arbeit für alle Beteiligten. Parallel dazu treibt Interlune sein Kerngeschäft voran: Noch in diesem Jahr soll die Mission Crescent Moon eine Multispektralkamera zur Mondoberfläche schicken, um das Vorkommen von Helium-3 am Landeplatz zu bestimmen. Die Folgemission Prospect Moon, für die Interlune kürzlich 6,9 Millionen US-Dollar von der NASA erhielt, soll 2028 Methoden zur Gewinnung von Helium-3 und Wasserstoff aus Mondregolith testen. via GeekWire Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende. Facebook Facebook Twitter Twitter WhatsApp WhatsApp Email E-Mail Newsletter