Amerikas Stromnetz steht unter Druck. Rechenzentren für KI-Anwendungen ziehen immer größere Strommengen aus dem Netz, während gleichzeitig Wind- und Solarparks Energie liefern, die genau dann anfällt, wenn niemand sie braucht. Große Batteriespeicher sollen diese Lücke schließen, doch die dafür bislang übliche Lithium-Ionen-Technik hat zuletzt an Vertrauen verloren, etwa nach dem Brand in einer Speicheranlage in Moss Landing, der Tausende Anwohner:innen zur Evakuierung zwang. Natrium-Ionen-Zellen gelten als Alternative: Sie bestehen aus reichlich vorhandener Natriumasche statt aus seltenen Rohstoffen und überhitzen deutlich seltener. In den USA scheiterte ihr kommerzieller Durchbruch bislang trotzdem regelmäßig an der Finanzierung. Peak Energy will das nun ändern und hat am Mittwoch angekündigt, in Sacramento die erste kommerzielle Fabrik der USA für netzgebundene Natrium-Ionen-Speicher zu bauen. Regionale und bundesstaatliche Vertreter:innen feierten die Ankündigung gemeinsam mit dem Unternehmen im Metro Air Park, direkt neben dem Flughafen der Stadt. Die Fabrik und ihre Technik Die 17.000 Quadratmeter große Anlage soll jährlich bis zu vier Gigawattstunden an Batteriesystemen produzieren, genug, um fast vier Millionen Haushalte zu versorgen. Peak Energy verzichtet bei seinen Speichern komplett auf aktive Kühlsysteme. Diese passive Kühlung senkt laut Unternehmensangaben die Kosten um zwanzig Prozent und garantiert eine Verfügbarkeit von neunundneunzig Prozent. Die Produktion soll im ersten Quartal 2027 anlaufen. Am Ende der Fertigungslinie stehen dann täglich drei bis vier Batteriesysteme, jedes gefüllt mit knapp achttausend Zellen. Diese Zellen bezieht Peak Energy zunächst aus China und anderen asiatischen Ländern und importiert sie nach Sacramento, statt sie selbst herzustellen. Die fertigen Speichereinheiten sind rund neun Meter lang und wandern von dort direkt zu den Kund:innen im ganzen Land. Investitionen, Jobs und Partnerschaften Das Projekt bringt eine Investition von bis zu einundsiebzig Millionen Dollar nach Sacramento und schafft binnen achtzehn Monaten zweihundertneununddreißig neue Stellen mit einem Durchschnittslohn von über neunzigtausend Dollar im Jahr. Kalifornien unterstützt die Ansiedlung mit einer Steuergutschrift von zehneinhalb Millionen Dollar über das CalCompetes-Programm. General Motors ist seit Juni über GM Ventures an Peak Energy beteiligt und will gemeinsam mit dem Start-up eigene Natrium-Ionen-Zellen entwickeln, die ab 2028 in einem GM-Werk in Michigan produzieren sollen. Kund:innen wie Jupiter Power, Energy Vault und RWE Americas haben Peak Energy bereits Bestellungen über mehr als sechs Gigawattstunden zugesichert. Auch der lokale Versorger SMUD zählt zu den Partnern der Fabrik. Ein Markt mit gescheiterten Vorgängern Andere US-Start-ups sind mit Natrium-Ionen-Zellen gescheitert. Natron Energy strich seine Pläne für eine Fabrik in North Carolina, nachdem die Finanzierung ausblieb. Bedrock Materials, das die Technik für Elektrofahrzeuge entwickelte, schloss ebenfalls, weil sich die erwartete Lithium-Knappheit nicht einstellte. Analyst:innen bleiben deshalb vorsichtig: Isshu Kikuma von BloombergNEF erinnert daran, dass das Interesse an Natrium-Ionen-Technik 2022 vor allem durch hohe Lithiumpreise befeuert wurde, die inzwischen wieder gesunken sind. Zudem produzieren bislang praktisch nur chinesische Hersteller:innen Natrium-Ionen-Zellen im kommerziellen Maßstab, wie Evan Hartley vom Marktforschungsunternehmen Benchmark Minerals betont. Peak Energy setzt deshalb bewusst auf einen anderen Weg als die gescheiterte Konkurrenz: Statt von Anfang an die komplette Lieferkette selbst aufzubauen, verkauft das Unternehmen zunächst fertige Speichersysteme mit zugekauften Zellen und baut die eigene Zellfertigung erst schrittweise mit GM auf. via Peak Energy Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende. Facebook Facebook Twitter Twitter WhatsApp WhatsApp Email E-Mail Newsletter
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