Das Konzept wirkt durchdacht: Die Frachtsegelschiffe von Vela Transport sind dank Aluminium und Trimaran-Form leicht gebaut; statt schwerer Container transportieren sie Paletten. Das Unternehmen strebt eine Emissionsreduktion von sagenhaften 99 Prozent an und will seine Schiffe in den nächsten vier Jahren wöchentlich über den Atlantik schicken, zum Warentransport zwischen Frankreich und den USA. Das Prinzip funktioniert – aber wie leistungsfähig ist es?


Ein Frachtsegelschiff auf großer Fahrt / Bild: Vela Transport

 

Transportkapazität: 600 Paletten – 415 Tonnen Fracht

Die Schifffahrt müht sich um mehr Umweltfreundlichkeit, doch bislang mit wenig Erfolg. Zurück zum Segelschiff, das dachten sich schon einige, nur gab und gibt es dabei noch einige Hürden zu überwinden. Vor allem die Transportkapazitäten sind ein wunder Punkt, ebenso wie der als unzuverlässig angesehene Antrieb. Mitbegründer der französischen Firma Vela Transport ist der Rekord-Yachtsegler François Gabart – ein Mann, der Ahnung von windbetriebenen Schiffen hat. Doch hat seine neue Trimaran-Flotte außer dem Antrieb wenig mit den üblichen Privatyachten zu tun. Die dreirumpfigen Alu-Boote sind stolze 67 Meter lang, 25 Meter breit und können auf 600 Paletten rund 415 Tonnen Fracht mitnehmen: Das ist immerhin ein Fünftel eines herkömmlichen Containerschiffs – für ein Segelboot eine ordentliche Menge.


Transatlantische Routen in 13, statt in 9 Tagen

Ein Vertrag mit dem Logistikriesen DHL ist auch bereits geschlossen, ab nächstes Jahr gilt er für die transatlantische Route. Wetter-Routing-Techniken helfen dabei, eine Geschwindigkeit von 14 Knoten, das sind etwa 26 km/h, zu erreichen und so die Strecke von Bayonne nach New York in rund 13 Tagen zu bewältigen. Das klassische Containerschiff schafft dieselbe Route in rund 9 Tagen. Wenn es nächstes Jahr klappt, viermal wöchentlich zu fahren, kommt eine jährliche Kapazität von 48.000 Tonnen zusammen – in beiden Richtungen. An Bord sollen dann Textilien, Möbel, Medizinprodukte, Wein und anderes sein. Der Preis wird laut Vela ungefähr ein Fünftel dessen betragen, was für Luftfracht fällig wird.

Segelfrachtschiffe könnten tatsächlich die Zukunft sein, aber nur für einen gewissen Prozentsatz aller Wassertransporte. Bei eiligen Frachten oder unvorhersehbaren Windverhältnissen sind andere Technologien als weitere Bausteine gefragt.

Quelle: newatlas.com

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