In einer repräsentativen INSA-Umfrage geben rund 14 Prozent der erwachsenen Deutschen an, in den nächsten fünf Jahren auswandern zu wollen. Das wären mehr als acht Millionen Menschen auf Basis von rund 59,2 Millionen Einwohnern, die gedanklich auf gepackten Koffern sitzen. Naturgemäß sind es eher die Jüngeren, die es in die Ferne zieht.


Auswandern als Trend der Zukunft?

Die meisten Auswanderungswilligen sind unter 40 Jahre

Die 30- bis 39-Jährigen bilden mit 27 Prozent größten Anteil der auswanderungswilligen Deutschen – die 18- bis 29-Jährigen sind mit 24 Prozent aber auch nicht schlecht dabei. Die über 70-Jährigen wollen immerhin noch zu 4 Prozent weg. Bezüglich der Parteipräferenz sind auffällig viele Linke-Wähler (18 Prozent), AfD-Wähler (19 Prozent) mit dabei.

Solche Umfrageergebnisse spiegeln jedoch keine verbindlichen Zukunftspläne, sondern zeigen hauptsächlich aktuelle Wünsche, Lebensoptionen und gewiss auch Unzufriedenheiten an. Schon lange unterscheidet die Migrationsforschung deshalb zwischen der geäußerten Absicht und der tatsächlichen Auswanderung, die sehr oft doch nicht erfolgt. Schließlich stehen davor zahlreiche Hürden wie Sprachkenntnisse, Zugang zum Arbeitsmarkt, rechtliche Voraussetzungen, familiäre und gesellschaftliche Bindungen, aber auch Wohneigentum und insgesamt die Finanzen. Deshalb scheitern zahlreiche Vorhaben früher oder später, obwohl der Wunsch noch immer bestehen mag.


Die meisten zieht es nach Österreich und in die Schweiz

Im Jahr 2025 haben 1,25 Millionen Menschen Deutschland den Rücken gekehrt, während 1,48 Millionen eingewandert sind. Bei deutschen Staatsangehörigen ist eine Nettoabwanderung von 97.000 Personen verzeichnet, eine Steigerung von 16.000 gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt sind 289.000 deutsche Staatsangehörige ausgewandert — und 190.000 zurückgekommen. Die meisten Abwanderer zog es in die Schweiz, nach Österreich und nach Spanien. Aus der neuen INSA-Umfrage ergäben sich hochgerechnet 1,64 Millionen Fortzüge im Jahr – eine Zahl, die wahrscheinlich bei Weitem nicht erreicht werden wird.

Allerdings sind für Abwanderungen immer die ökonomischen Rahmenbedingungen besonders entscheidend. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland beim Medianvermögen privater Haushalte überraschend weit zurück, und das wird sich wahrscheinlich in nächster Zeit nicht bessern und mehr Ausreiseträume entfachen.

Quelle: forschung-und-wissen.de 

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