Am wohlsten »fühlen« sich Lithium-Ionen-Zellen bei Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad Celsius. Während die Probleme bei winterlicher Kälte schon ziemlich bekannt sind, rückt nun die Sommerhitze in den Fokus. Denn oberhalb von 25 Grad beginnt der Elektrolyt, sich zu zersetzen, die Deckschichten binden aktives Lithium und die nutzbare Kapazität sinkt unumkehrbar ab. Im Klartext heißt das: Der Alterungsprozess beschleunigt sich. Und zwar umso rasanter, desto heißer es wird.


Hitze schädigt Akkus von Stromern

Hitze richtet im Akku bleibende Schäden an

Etwa alle zehn Kelvin Temperaturanstieg verdoppelt sich die Reaktionsgeschwindigkeit des Abbauprozesses im Lithium-Akku. Das heißt, zwischen 25 und 35 Grad Celsius liegen bereits Welten! Die Fahrleistung spielt dabei keine Rolle. Während der Kälteeffekt mit seiner gedrosselten Reichweite nur vorübergehend wirkt und bei erreichter Betriebstemperatur verschwindet, richtet Hitze bleibende Schäden an. Eine Auswertung von 22.700 Fahrzeugdaten des Telematikanbieters Geotab aus Januar 2026 liefert die handfesten Daten dazu:

In heißen Regionen, mit mehr als 35 Prozent der Tage über 25 Grad, verlieren die Akkus pro Jahr etwa 0,4 Prozentpunkte mehr Kapazität als bei milderem Klima. Die durchschnittliche Akku-Alterung liegt bei rund 2,3 Prozent im Jahr; die Zusatzalterung summiert sich im Verlauf von acht Jahren auf immerhin 3 Prozentpunkte. Als besonders ungünstig erwies sich bei der Datenauswertung eine Kombination aus hoher Außentemperatur und dauerhaft hohem Ladestand um die 100 Prozent.


Häufiges Schnellladen verstärkt den Effekt

Noch stärker als Sommerhitze wirkt sich das persönliche Ladeverhalten auf den Alterungsprozess der Batterien aus. Batterien, die überwiegend mit mehr als 100 Kilowatt Gleichstrom laden, verlieren bis zu 3,0 Prozent Kapazität pro Jahr: Etwa doppelt so viel, wie wenn der Fahrzeughalter sich hauptsächlich für langsamen Wechselstrom entscheidet. Auch hier geht es wieder um Hitze, denn das Schnellladen lässt den Akku glühen – und wenn das noch auf einen heißen Sommer trifft, verstärken sich die Effekte gegenseitig.

E-Autos sollten also bei Hitzewellen besser im Schatten parken. Tagelang vollgeladen in der Sonne zu stehen, ist eine Art Supergau für den Akku! Und an heißen Tagen besser gar nicht Schnellladen, sondern immer schön langsam mit den sprichwörtlichen jungen Pferden. So hält sich der Schaden hoffentlich in Grenzen.

Quelle: forschung-und-wissen.de

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