Stahl gilt als eine der am schwersten zu dekarbonisierenden Branchen der Industrie. Hochöfen verbrennen Kohle, um Eisenerz zu Roheisen zu reduzieren, und stoßen dabei enorme Mengen CO2 aus. Das schwedische Unternehmen Stegra bringt nun eine Alternative in den industriellen Maßstab: eine Stahlanlage in Boden, die Kohle vollständig durch grünen Wasserstoff ersetzt. Google unterstützt das Projekt als Abnehmer und Investor der ersten Stunde und macht damit deutlich, wie stark die Nachfrage großer Technologiekonzerne den Aufbau klimafreundlicher Schwerindustrie beschleunigen kann. Symbolbild Wasserstoff statt Kohle Stegras Anlage nutzt Strom aus erneuerbaren Quellen, um Wasserstoff per Elektrolyse herzustellen. Dieser reagiert anschließend mit Eisenerz und reduziert es zu Eisen, ganz ohne Kohle im Prozess. Nach Angaben des Unternehmens sinken die Emissionen dadurch um bis zu 95 Prozent gegenüber klassischen Hochöfen. Der Stahl erfüllt die Kriterien der Internationalen Energieagentur für nahezu emissionsfreie Stahlproduktion, ein Standard, den bislang kaum ein Hersteller in dieser Größenordnung erreicht. Während klassische Hüttenwerke jahrzehntelang auf denselben Prozess setzten, zeigt Boden erstmals, dass sich Direktreduktion mit grünem Wasserstoff industriell und nicht nur im Pilotmaßstab umsetzen lässt. Google sichert sich Umweltzertifikate Google kauft keine physischen Stahlmengen, sondern sogenannte Umweltattributzertifikate für bis zu 91.000 Tonnen aus Stegras erstem Produktionsjahr. Solche Zertifikate helfen jungen Klimatechnologien bei der Finanzierung und schaffen zugleich Nachfrage nach grünem Stahl, auch dort, wo der physische Bezug wegen großer Entfernungen oder komplexer Lieferketten schwierig bleibt. Stegra-Geschäftsführer Henrik Henriksson bezeichnet Google als einen der wenigen Marktteilnehmer, die Märkte tatsächlich in Richtung Dekarbonisierung verschieben können. Er dankte dem Unternehmen ausdrücklich dafür, die frühen Betriebsjahre von Stegra auf diese Weise mitzutragen, da genau solche Abnahmegarantien über den wirtschaftlichen Erfolg neuer Klimatechnologien entscheiden. Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.Mehr erfahren Video laden YouTube immer entsperren Effekt auf Googles Rechenzentren Der Konzern engagiert sich zusätzlich in der Sustainable Steel Buyers Platform und will grüne Baustoffe zunehmend in eigenen Bauprojekten einsetzen. Nach eigenen Schätzungen ließen sich die im Beton und Stahl gebundenen Emissionen der Rechenzentrumsinfrastruktur dadurch um bis zu 40 Prozent senken. Im Jahr 2025 kamen bereits in über zwanzig Bauprojekten emissionsarmer Beton, emissionsarmer Stahl oder eine Kombination beider Materialien zum Einsatz. Noch bleibt near-zero-Stahl in begrenzten Mengen und wenigen Regionen verfügbar, doch Projekte wie Boden zeigen, wie sich die Branche verändern lässt. via Google Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende. Facebook Facebook Twitter Twitter WhatsApp WhatsApp Email E-Mail Newsletter