Delfine können Fischernetze nicht »hören«; die dünnen Nylonfäden werfen so gut wie kein Echolot zurück. In britischen Gewässern allein sterben deshalb jedes Jahr Hunderte von ihnen in den Stellnetzen, dazu etwa 1000 unglückliche Schweinswale. Wie lassen sich die tödlichen Fallen entschärfen, möglichst einfach und günstig, damit die Fischer diese Möglichkeit wirklich nutzen? Ausgerechnet Plastikflaschen könnten die Lösung sein.


Delfine verlieren ihr Leben oft in Fischernetzen

Der Abfall ist reichlich vorhanden und kostenlos

Das Ziel ist klar: Das sinnlose Verrecken von Meeressäugern in Fischernetzen muss ein Ende haben. Weltweit gelten diese Netze als größte Gefahr für diese Tiere und niemand weiß, wie viele von ihnen darin schon ihr Leben lassen mussten. Der emeritierte Professor für Meeresbiologie von der britischen Universität Newcastle, Per Berggren, möchte die tödlichen Fallen mithilfe von Plastikmüll entschärfen. Der Abfall ist leider reichlich vorhanden und kostenlos.

Versucher an über 1600 Fangnetzen sind geglückt

Die verschlossenen Flaschen enthalten Luft, die unter Wasser die Schallwellen der Echoortung reflektiert. Alternativ kommen Glasflaschen mit Metallstücken im Inneren infrage, die klingende Geräusche erzeugen. Ein Forscherteam hat beides schon an über 1600 Fischernetzen ausprobiert. Die Untersuchungen erfolgten vor der Küste Sansibars, aber auch vor Peru und Brasilien. In einer Studie verglichen die Wissenschaftler den Beifang mit Kontrollnetzen ohne Plastikbestückung. Die Veröffentlichung erfolgte in den beiden Fachjournalen »Marine Mamma Science« und »Fsheries Research«.


88 Prozent weniger Delfine im Netz

In Peru und Sansibar hat es an Oberflächen-Treibnetzen geklappt, auch die bodenverankerten Netze vor Brasilien ließen sich mit Plastikflaschen sicherer machen. Nebenbei erhöhte sich sogar der Fischfang. Bei Folgeuntersuchungen in Brasilien zeigte sich, dass die Reflektoren den Beifang von Delfinen um 88 Prozent reduzieren. Diesmal blieb der Ertrag an Fischen gleich. Berggren erklärte dazu: »Das ist eine gute Nachricht und genau das, wonach wir suchen: eine einfache Lösung, von der sowohl Delfine als auch die Fischer profitieren, die diese Netze nutzen.«

Das Beste daran: Alle Fischer weltweit können diese Methode nutzen. Flaschen gingen bei den Forschungen im Meer nicht verloren, sodass bei sachgemäßer Benutzung keine weitere Verschmutzung der Meere droht.

Quelle: focus.de 

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