Eine Kamera lässt sich heutzutage einfach überall verstecken, ausgefeilte Spionagetechnik ist dafür gar nicht nötig. Jeder kann zum Beispiel im Hotel-Badezimmer seine versteckte Kamera anbringen, erst recht in Umkleidekabinen von Bekleidungsgeschäften oder an Orten, wo sich gut Gespräche belauschen lassen. Bisher gab es für den Normalbürger keine Möglichkeit, außer intensives und langwieriges Suchen, solche Spione aufzuspüren. Mit einer asiatischen Erfindung kann dies jetzt anders werden. Aufspüren versteckter Kameras mittels LED-Reflexionen / Foto: KAIST Das Gerät kostet in der Herstellung rund 7 Dollar Zu verdanken haben wir den Handy-Aufsatz zum einfachen Aufspüren versteckter Kameras einem Forscherteam der drei Universitäten Korea Advanced Institute of Science and Technology (KAIST), National University of Singapore und Singapore Management University. Das Gerät nennt sich Sweep-LED, es enthält 15 LEDs und kostet in der Herstellung etwa 7 Dollar – der Verkaufspreis wird entsprechend leistbar sein. Die Erfindung funktioniert etwas anders als die üblichen fehlerhaften Detektoren, die nach den hellen Spiegelungen einer Linse suchen und dabei auch auf verschiedene Gläser sowie andere reflektierende Oberflächen treffen. Sie erkennt zusätzlich die Veränderung der Reflexionen, während das Licht aus wechselnden Winkeln auftritt. Nur 5 Sekunden das fragliche Objekt beleuchten Die Anwendung ist spielend leicht: Der Nutzer richtet sein mit dem Zusatzgerät ausstaffiertes Smartphone auf ein Objekt und hält kurz still. Die LEDs bewegen einen Lichtstrahl über die gesamte Oberfläche, die Handykamera zeichnet parallel die Spiegelungen auf. Weil Kameralinsen über eine spezielle optische Struktur verfügen, erzeugen sie charakteristische Reflexionsmuster. Die Software stabilisiert zunächst das Video und gleicht dabei leichte Bewegungen aus, um anschließend die Einzelbilder zu vergleichen und die relevanten Reflexionen zu isolieren. Nun springt eine speziell trainierte KI ein und analysiert die Veränderungen, erkennt typische Linsenmuster und meldet nur die relevanten Beobachtungen. Im Test erwies sich Sweep-LED als sehr präzise: Die Erkennungsgenauigkeit lag beim Scannen von 30 unterschiedlichen Objekten bei 94 Prozent. Für jede Prüfung benötigte das System nur rund fünf Sekunden. Aktuell existiert nur ein Prototyp dieser Innovation, doch bald schon kann der Handy-Aufsatz ein alltägliches Hilfsmittel sein, das unsere Privatsphäre schützt. Quelle: newatlas.com Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende. Facebook Facebook Twitter Twitter WhatsApp WhatsApp Email E-Mail Newsletter
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