Von wegen Randerscheinung! Eine umfassende internationale Studie zeigt: Das Risiko für mindestens eine psychische Erkrankung bis zum 75. Lebensjahr liegt weltweit bei rund 50 Prozent. Haben wir verlernt, menschengerecht zu leben – oder konnten wir das noch nie? Psychische Erkrankungen sind weltweit stark verbreitet Interviews mit 156.000 Menschen aus 29 Ländern Als Grundlage ihrer Auswertung nahmen Forscher der University of Queensland und der Harvard Medical School mehr als 156.000 persönliche Interviews aus insgesamt 29 Ländern. Die Personen waren gemäß ihrer Finanzkraft stark durchmischt, sie verfügten über hohe, mittlere und geringe Einkommen. Den Rahmen für die Studie bildete die World Mental Health Survey Initiative der Weltgesundheitsorganisation. Frauen erkranken etwas häufiger als Männer Das geschätzte Erkrankungsrisiko bis zum Alter von 75 Jahren lag bei Frauen mit 53 Prozent etwas höher als bei Männern mit 46 Prozent. Bezüglich der jüngeren Vergangenheit berichteten knapp 29 Prozent der befragten Männer und 30 Prozent der Frauen von mindestens einer psychischen Erkrankung. Am häufigsten nannten die Teilnehmer Stimmungsstörungen wie Ängste und Depressionen. Frauen litten dabei signifikant häufiger unter spezifischen Phobien, Depressionen und posttraumatischen Belastungsstörungen, während bei Männern die Alkoholabhängigkeit neben Depressionen und Phobien im Vordergrund stand. Erste Symptome zeigen sich meist sehr früh im Leben Besonders ins Auge fiel der frühe Beginn vieler Krankheiten. Die Wahrscheinlichkeit, zum ersten Mal psychisch zu erkranken, liegt um den 15. Geburtstag herum am höchsten! Im Mittel trifft es häufig 19-jährige Männer und 20-jährige Frauen. Erste Symptome treten ungefähr in der Hälfte aller Fälle bis zum 20. Lebensjahr auf, ausgerechnet also in der Zeit, die äußerst wichtig für die berufliche und private Orientierung eines Menschen ist. Um diese Erkenntnis der Studienautoren führt kein Weg herum: Die medizinische Versorgung muss sich verstärkt auf Früherkennung fokussieren, und bei jungen Menschen rechtzeitig mit der Behandlung beginnen. Dafür braucht es Angebote, die leicht erreichbar sind, und eine Therapie, die bei ersten Symptomen beginnt, bevor der Zustand chronisch wird. Der gesunde Menschenverstand ergänzt, dass die Gesellschaften dieser Erde gesünder werden müssen, damit eben nicht so viele Menschen an ihnen Schaden nehmen. Quelle: forschung-und-wissen.de Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende. Facebook Facebook Twitter Twitter WhatsApp WhatsApp Email E-Mail Newsletter
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