Reinigungsmittel verströmen oft einen angenehmen Duft, damit riecht der ganze Raum einfach »sauberer«. Ob Zitrus-, Lavendel- oder Kiefergeruch: Viele dieser Duftstoffe enthalten Terpene, die in geringen Mengen als unbedenklich gelten und deshalb zugelassen sind. Das Problem: Sie regieren in Innenräumen mit Ozon, freigesetzt durch UV-Lampen, HEPA-Luftreiniger, Kopierer und andere Geräte. Durch den Oxidationsprozess entstehen Nanopartikel, die beim Einatmen tief in die menschliche Lunge und von dort in die Blutbahn gelangen können. Keine schöne Vorstellung!


Duftstoffe von Reinigern erzeugen Nanopartikel im Raum

Forscherteam nutzte ein eigens gebautes Tiny House

Brendan E. Boor, Leiter, Assistant Professor ander Lyles School of Civil Engineerung der Purdue University und Leiter des Boor Lab, präsentierte seine Forschungsergebnisse auf dem ACS-Herbstsymposium »Healthy Indoor Spaces«. Er hatte die Wirkung handelsüblicher Reinigungs- und Desinfektionsmittel auf die Raumluft unter die Lupe genommen und kam zu dem Schluss: Die Nanopartikel-Konzentration nach Nutzung dieser Mittel ähnelt der Luftverschmutzung an einer stark befahrenen Straße. Boor nutzte ein eigens gebautes Tiny House an seiner Universität, um dort mit seinem Team ordentlich »sauberzumachen«. So stieg die Terpenkonzentration in den Räumen kräftig an, worauf die oben beschriebenen Reaktionsprozesse plus Bildung von Nanopartikeln folgten.

Der Mensch sieht beim Einatmen keinen Staub oder Rauch

»Sobald man mit dem Putzen fertig ist, hat man bereits eine große Menge dieser Partikel eingeatmet«, erklärte Boor dazu. Die Partikel haben zwar eine andere chemische Zusammensetzung als die üblichen Verkehrsemissionen, aber die aufgenommene Dosis kann höher liegen. Schließlich sieht der Mensch keinen Staub oder Rauch und empfindet den angenehmen Geruch als »Sauberkeit«, eben nicht als Schmutz. Das Forscherteam rät, beim Putzen mit solchen Mitteln die Fenster zu öffnen und möglichst duftarme Reiniger zu verwenden. Der natürliche Geruch einer Wohnung scheint auf Basis dieser Forschungsergebnisse sehr viel gesünder. Entsprechend ist es lohnenswert, sich wieder daran zu gewöhnen und den künstlichen Duft möglichst wegzulassen.


Quelle: newatlas.com 

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