Auch Väter brauchen eine Auszeit, um sich ihrem frisch angekommenen Nachwuchs zu widmen: Diese Erkenntnis ist in vielen Ländern bereits durchgesickert, doch offensichtlich ist die Elternzeit für Väter oft reichlich knapp konzipiert. Eine schwedische Kohortenstudie widmete sich der Frage, wie viele Wochen der Vätergesundheit guttun, denn nicht nur die Kleinen profitieren von der innigen Zweisamkeit. Elternzeit für Väter sollte lang, aber nicht zu lang sein Schutzeffekt gilt nur für Zeitfenster von 14 bis 40 Wochen 746 junge Väter im Durchschnittsalter von knapp 34 Jahren nahmen an der Studie teil, die zeigte: Wer zwischen 14 und 40 Wochen Elternzeit nimmt, weist in den ersten Lebensjahren seines Kindes seltener depressive Symptome auf als Männer mit höchstens vier Wochen Auszeit. Der mögliche Schutzeffekt gilt nur für dieses eine Zeitfenster. Weder für eine Elternzeit zwischen fünf und 13 Wochen noch für eine mit mehr als 40 Wochen ließen sich dieselben Vorteile nachweisen. Das Forscherteam des Karolinska-Instituts unter der Leitung von Jingyi Wang und Michael B. Wells veröffentlichte seine Studienergebnisse im »American Journal of Public Health«. Dort steht nachzulesen, dass die Väter standardisierte Fragen zu depressiven Fragen beantworteten, und zwar als ihr Kind jeweils rund 9 und 27 Monate alt war. In einer späteren Befragung ging es um die Elternzeitdauer. Eingeflossen sind auch eventuelle Ausgangssymptome, familiäre und sozioökonomische Faktoren sowie die mütterliche Elternzeit. In Schweden nehmen Väter häufig längere Elternzeit Wahrscheinlich fördert eine mehrmonatige Auszeit die Bindung, Rollensicherheit und Alltagsroutine. Sehr kurze Zeiten reichen dafür nicht aus, während eine extrem lange Abwesenheit vom Beruf zu finanziellen und karrierebedingten Belastungen führen kann. Belegt sind diese Mechanismen allerdings noch nicht, dafür müssten weiter Studien folgen. Unbeobachtete Unterschiede, wie zum Beispiel die Qualität der Partnerschaft, blieben hier noch außen vor – auch sind Selbstauskünfte nicht immer verlässlich. Insgesamt eignet sich Schweden besonders gut für derartige Kohortenstudien, weil jedem Elternteil 90 nicht übertragbare Tage Elternzeit zustehen und Väter häufig länger vom Job Abstand nehmen. Quelle: forschung-und-wissen.de Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende. Facebook Facebook Twitter Twitter WhatsApp WhatsApp Email E-Mail Newsletter