Über mehrere Generationen kannte die Lebenserwartung nur den Trend nach oben. Jetzt zeigt eine Studie, dass es nicht viel länger so weitergeht: Die Menschen altern mindestens seit 1990 statistisch schneller, das ist an Biomarkern abzulesen. Dabei werden die Differenzen zwischen chronologischem und biologischem Alter immer größer, besonders bei Männern. Die gute Nachricht: Individuell kann jeder seine Marker durch gesunde Lebensführung positiv beeinflussen und die persönlichen Chancen auf ein langes Leben erhöhen.


Steigt die Lebenserwartung nun nicht mehr an?

Je höher die Altersdifferenz, desto schneller altert der Mensch

Das Forscherteam um den Wissenschaftler Yin Cao schaute sich die UK-Biobank genauer an und untersuchte die Gesundheitsdaten von rund 150.000 Menschen. Außerdem holten sie sich die Daten von ungefähr 10.000 Teilnehmern eines US-Forschungsprogramms als Ergänzung dazu. Von all diesen Leuten verglichen sie das tatsächliche Alter mit dem biologischen Alter anhand der erwähnten Biomarker. Die sogenannte Altersdifferenz gibt an, wie stark diese Werte voneinander abweichen. Je höher die Altersdifferenz, desto schneller schreitet die medizinische Alterung eines Menschen voran. Dabei erhöht sich meist auch das Risiko für Tumorerkrankungen.

Begonnen hat alles schon ab 1965

Dabei fiel auf: Personen, die zwischen 1990 und 1999 geboren sind, haben in der US-Kohorte eine um 92 größere Altersdifferenz als Menschen der Jahrgänge 1965 bis 1969. Es betrifft also die älteren Mitglieder der Generation Z sowie die jüngeren Millennials. Begonnen hat das Ganze schon etwas früher, denn die Jahrgänge 1965 bis 1974 zeigen in der UK-Datenbank auch schon eine etwas schnellere Alterung als die 1950er-Jahrgänge. Männer schneiden in der Studie insgesamt schlechter ab als Frauen.


Wahrscheinlich liegen die Ursachen für die schnellere Alterung am Lebensstil und den Umweltbedingungen. Zu konkreten Zusammenhängen äußern sich die Studienautoren allerdings nicht. Die Forscher betonten allerdings, dass eine beschleunigte biologische Alterung nicht unbedingt direkt Krebs verursacht. David Scott, der Direktor von Cancer Grand Challenges, sagt dazu: »Im Moment haben wir keine endgültige Antwort darauf, was den Anstieg von frühauftretenden Krebserkrankungen weltweit antreibt.« Seine Organisation hat die Untersuchung finanziert.

Quelle: focus.de 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.