Das US-Unternehmen Nuvora Energy hat die Vorstudie für ein Hybridkraftwerk abgeschlossen, das Atomkraft und Wasserstoffproduktion in einer Anlage verbindet. Ein unabhängiges Gutachten der Beratungsfirma DBD International bescheinigt dem Konzept keine technischen oder regulatorischen Ausschlusskriterien in dieser frühen Phase. Damit kann das Unternehmen mit Sitz in Irvine, Kalifornien, in die nächste Entwicklungsstufe übergehen. Für den Bau selbst reicht das Ergebnis allerdings noch lange nicht aus, das Vorhaben steckt weiterhin in einer frühen Planungsphase.


Im Zentrum steht ein gasgekühlter Hochtemperaturreaktor (HTGR) mit einer thermischen Leistung von 300 Megawatt, der mit einer Festoxid-Elektrolyseanlage (SOEC) zur Wasserstoffproduktion gekoppelt ist. Die Vorstudie erschien im Mai 2026 als Revision R01, das unabhängige Gutachten folgte am 20. Mai 2026 als Revision B.


Zwei Betriebsarten in einer Anlage

Anders als klassische Kernkraftwerke, die primär Strom erzeugen, soll die Anlage von Nuvora flexibel zwischen zwei Aufgaben wechseln. Je nach Marktlage liefert der Reaktor entweder Strom ins Netz oder Hochtemperaturdampf und Elektrizität an die angeschlossene Wasserstoffanlage. Hochtemperaturreaktoren arbeiten bei deutlich höheren Temperaturen als wassergekühlte Reaktoren und eignen sich dadurch auch für industrielle Prozesse mit hohem Wärmebedarf.

Die Festoxid-Elektrolyse nutzt sowohl Strom als auch heißen Dampf und arbeitet dadurch effizienter als herkömmliche Elektrolyseverfahren, die allein auf Strom angewiesen sind. Für Nuvora ist das die Grundlage, um Wasserstoff für Industriezweige wie Stahlproduktion, Chemie, Raffinerien und den Schwerlastverkehr bereitzustellen. Das Interesse an dieser Kombination aus Kernenergie und Wasserstoffproduktion ist in den vergangenen Jahren spürbar gewachsen, weil sich damit die Auslastung eines Reaktors erhöhen lässt: Läuft die Stromnachfrage im Netz hoch, liefert die Anlage Elektrizität. Sinkt sie, wandert Wärme und Strom in die Wasserstoffproduktion.

Prüfung ohne Freigabe

DBD International untersuchte im Auftrag von Nuvora die Reaktortechnologie, den Zulassungsweg und das kommerzielle Konzept. Die Gutachter identifizierten dabei keine unmittelbaren technischen oder regulatorischen Ausschlusskriterien. Nuvora betont jedoch ausdrücklich, dass weder die Vorstudie noch das Gutachten eine Bau- oder Betriebsgenehmigung, eine endgültige Investitionsentscheidung oder einen Nachweis der Finanzierbarkeit darstellen. Vielmehr dient die Prüfung als früher Kontrollpunkt, um größere Probleme zu erkennen, bevor die detaillierte Konstruktionsarbeit beginnt.

Firmenchef Shivam Tewari bezeichnete den Abschluss als diszipliniertes Fundament für die nächste Entwicklungsphase. Das Gutachten lege fest, welchen Nachweis das Unternehmen in den kommenden Arbeitsschritten erbringen müsse.

Wie es weitergeht

Nuvora startet nun parallel drei Arbeitsstränge: die Vorkonzeption, die Konzeptplanung sowie eine vollständige Machbarkeitsstudie. Diese soll Zulassungsstrategie, Kosten- und Zeitplanung, Marktnachweise sowie Risikobewertungen umfassen. Das Unternehmen kündigte an, die technische, sicherheitstechnische, regulatorische und kommerzielle Prüfung während der gesamten weiteren Entwicklung fortzusetzen.

Das gestufte Vorgehen orientiert sich an internationalen Standards für die Entwicklung neuer Kernkraftprojekte, wie sie unter anderem die Internationale Atomenergie-Organisation empfiehlt. Konkrete Zeitpläne bezeichnet Nuvora selbst als vorläufige Schätzungen, die von der Finanzierung, der Zusammenstellung des technischen Teams und dem Zugang zu Herstellerdaten abhängen. Bis zu einer möglichen Umsetzung des Projekts bleibt noch erhebliche technische, regulatorische und finanzielle Arbeit zu leisten.

via Globe Newswire

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