Bislang handelt es sich bei diesem Projekt nur um eine erfolgreiche Machbarkeitsstudie, doch die Forscher denken jetzt schon weiter: In etwas kleinerer Version und ohne Kabel könnten Schwangere schon bald ihr Ultraschallgerät am Bauch mit sich herumtragen, zur dauerhaften Überwachung des Babys und seiner Versorgung. Vor allem bei Risikoschwangerschaften und in medizinisch unterversorgten Gebieten würde das die Gefahren stark minimieren.


UPatch dient zur lückenlosen Überwachung des Babys im Bauch

Das Gerät ist tragbar, braucht aber noch mehr Komfort

Die Erfindung bringt weitere Vorteile mit: Fehlalarme sollen sich mit dem UPatch deutlich verringern und unnötige Krankenhausaufenthalte vermeiden lassen. Gleichzeitig ließen sich unentdeckte Komplikationen erkennen, weit, bevor der nächste Arzttermin ansteht. Schwangere können das jetzige Gerät theoretisch stundenlang tragen, während es Ultraschallbilder vom Fötus erstellt und den Blutfluss zum Kind in Echtzeit misst. Nur so bequem, dass sich die Überwachung in den ganz normalen Alltag integrieren lässt, ist das »Pflaster« noch nicht.

Die Entwickler sind Professor Sheng Xu mit seinem Forscherteam von der Stanford University sowie Wissenschaftler von der University of Oxford und der UC San Diego. Sie veröffentlichten ihre Studienergebnisse im Fachmagazin Nature Biotechnology. 62 Schwangere nahmen an der Untersuchung teil – und hinterher stellte sich heraus, dass ihre Messwerte zum größten Teil mit denen klassischer Ultraschallgeräte übereinstimmten. Das System funktioniert also zuverlässig.


Eine Frau in der Studie bekam einen rettenden Kaiserschnitt

Stichpunktartige Proben, die sich allein auf wenige Arztbesuche beschränken, können schon allein deshalb zu falschen Befunden führen, weil der Blutfluss rund um den Fötus deutlich schwanken kann. Eine Anomalie bedeutet noch nicht, dass es sich um ein dauerhaftes, krankhaftes Problem handelt. Es könnte auch eine vorübergehende Veränderung sein. Als jedoch in der Studie eine Frau eine schwere Präeklampsie entwickelte, meldete das Pflaster die Blutflussveränderungen – so kam es vier Tage später zu einem rettenden Kaiserschnitt.

Die Wissenschaftlerin Mariana Tome erklärt dazu: »Sie (Anmerkung: die Technik) kann dazu beitragen, dass sich Frauen sicherer und besser aufgehoben fühlen und gleichzeitig unnötige Klinikbesuche, wiederholte Ultraschalluntersuchungen und vermeidbare Eingriffe abnehmen.«

Quelle: euronews.com 

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