Sie tragen es freiwillig und wahrscheinlich ihr Leben lang: Rund 25.000 Menschen haben sich in Deutschland für ein Organspende-Tattoo entschieden. Es befindet sich gut sichtbar auf dem Unterarm, dort soll es als gedanklicher Stolperstein und Einladung zum Reden dienen. Einen Organspendeausweis ersetzt dieses Tattoo nicht, doch da die Tätowierten ihre Bereitschaft bewusst deutlich zeigen, werden sie gewiss einen besitzen.


Organspende: Opt-in oder Opt-out?

Tinte unter der Haut reicht nicht aus, um Organspender zu sein

Die Tätowierung sieht sehr schlicht aus und mancher Unbedarfte wundert sich bestimmt darüber, weil sie so schmucklos ist: Zwei versetzte Halbkreise und ein ganzer Kreis sollen zeigen, wie zwei sich zusammentun, damit sie etwas Ganzes werden. Mit viel Fantasie lassen sich darauf auch noch die beiden Buchstaben O und D erkennen, war für »Organ Donor« oder »Organspender« steht. Laut Transplantationsgesetz reicht die Tinte unter der Haut nicht aus, um im Ernstfall als Organspender zu gelten. Dafür muss die Person entweder einen Organspendeausweis besitzen oder ins offizielle Spenderregister eingetragen sein.

»Opt-in« oder »Opt-out«: Was ist die richtige Lösung?

In Deutschland gilt die Zustimmungslösung, das heißt: Ein Mensch ist nur dann Organspender, wenn die Person vor ihrem Hirntod ausdrücklich zugestimmt hat. Das nennt sich »Opt-in-Lösung«. Das Tattoo trägt den daran angelehnten Namen »Opt.Ink«. Entworfen hat es der gemeinnützige Verein »Junge Helden« aus Mainz im Rahmen seiner Kampagnearbeit zum Thema Organspende. Das Projekt läuft seit 2023 und die Tätowierung gilt im Programm als besonders erfolgreich. »Anlass war die politische Ablehnung der Widerspruchsregelung«, erklärt Angela Ipach dazu im Namen des Vereins. Die auch »Opt-out« genannte Widerspruchslösung ist das klare Gegenteil der Entscheidungslösung. In diesem Fall müssen Menschen zu Lebzeiten einer Organentnahme aktiv widersprechen, um nicht als Spender zu gelten.


Die gesellschaftliche Diskussion um »Opt-in« und »Opt-out« läuft indes weiter. Wahrscheinlich umso mehr dort, wo das Tattoo auftaucht. Viele Tattoo-Studios stechen das Zeichen übrigens kostenlos, um selbst ihren Beitrag zu leisten. Was hältst du davon?

Quelle: fr.de

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