Der UBS Global Wealth Report 2026 spricht eine deutliche Sprache: Obwohl Deutschland als starke Volkswirtschaft gilt, landen wir beim Medianvermögen unter 30 wohlhabenden Ländern auf dem letzten Platz. Dieser Wert ist deutlich aussagekräftiger für den typischen Bürger als das Durchschnittsvermögen, dass schon eine Handvoll Superreiche nach oben verzerrt.


Leere Taschen bei deutschen Bürgern

Die Griechen sind reicher als deutsche Bürger

Das deutsche Medianvermögen liegt bei 53.485 US-Dollar, das sind rund 46.700 Euro pro erwachsene Person. Die Hälfte aller deutschen Erwachsenen besitzt nach Abzug der Schulden also weniger als das. Der »Pleitestaat« Griechenland kommt auf 59.162 US-Dollar und liegt damit vor Deutschland, ebenso wie Italien, Spanien und Portugal. An der Spitze stehen Luxemburg mit 394.005 US-Dollar, dann Belgien, Australien und Neuseeland. Die USA erreichen trotz des eigentlich großen Reichtums nur Rang 28 mit einem Medianvermögen von 68.998 US-Dollar.

Beim Durchschnittsvermögen sieht es anders aus

Beim Durchschnittsvermögen steht Deutschland mit 346.613 US-Dollar auf Platz 14. Damit liegen wir immerhin vor Frankreich – und Griechenland bildet mit 143.343 US-Dollar das Schlusslicht im Ranking. Die Schweiz führt die Karawane an, mit sagenhaften 910.382 US-Dollar – im Durchschnitt leben die Eidgenossen im Land der Millionäre! In Deutschland leben ganz real rund 2,6 Millionen Dollar-Millionäre, die den Schnitt kräftig nach oben ziehen. Seit 2020 ist das Medianvermögen jedoch gesunken, während der Durchschnitt weiter stieg – ein Zeichen wachsender Ungleichheit.


Wenig Eigenheime, schwache Aktienkultur in Deutschland

Die Hauptursache für den Absturz der Mitte liegt in der niedrigen Wohneigentumsquote: Nur etwa die Hälfte der deutschen Haushalte wohnt im Eigenheim. In Griechenland, Italien und Spanien haben sich rund 70 Prozent und mehr Menschen ein eigenes Heim erobert. Die selbstgenutzte Immobilie bildet in den meisten Ländern den größten Vermögenswert der Mittelschicht, der sowohl beim Durchschnitts- als auch beim Medianvermögen mitgezählt wird. Hinzu kommt hierzulande eine schwache Aktienkultur: In den USA entfallen etwa 80 Prozent des Nettovermögens auf Finanzanlagen. In Deutschland trauen sich so wenige an die Börse, dass nur magere 44 Prozent dabei herauskommen.

Weltweit wuchs das Privatvermögen, doch deutsche Bürger werden ärmer

Methodisch umstritten ist bei diesen Berechnungen, dass Ansprüche aus der gesetzlichen Rente nicht darin einfließen. Aber auch an dieser Stelle ist Deutschland alles andere als »fit«. Weltweit wuchs das Privatvermögen 2025 um 10,8 Prozent – in Europa, dem Nahen Osten und Afrika sogar um 17,5 Prozent. International schwimmen inzwischen 57,5 Millionen Dollar-Millionäre in ihrem Geld. Die zentrale Diagnose bleibt: Das Vermögen der »Mitte« in Deutschland wächst seit Jahren deutlich langsamer als das der Vermögenden.

Quelle: forschung-und-wissen.de 

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