Eine schwedische Boje, die sich am Herzmuskel orientiert, hat gerade eine Hürde genommen, an der die Wellenenergiebranche seit Jahrzehnten scheitert. Die C4 von CorPower Ocean ist der erste Wellenenergiekonverter mit einem vollständigen Zertifikat von DNV, dem norwegischen Prüfunternehmen, das als Goldstandard der Offshore-Energiezertifizierung gilt. Sieben Jahre lang prüfte DNV Konstruktion, Materialermüdung, Fertigung und das Verhalten der Boje in echten Stürmen. Ohne dieses Siegel finanzieren institutionelle Geldgeber kaum Meeresenergieprojekte, und genau das hat der Branche fünfzig Jahre lang Investitionen gekostet. Bild: CorPower Ocean CorPower-Mitgründer und CEO Patrik Möller nennt die Zertifizierung einen historischen Meilenstein für das Unternehmen und die gesamte Branche. Wellenenergie wandle sich damit von einer vielversprechenden zu einer bankfähigen Technologie. Eine Feder, die Wellen verstärkt Die C4 ist eine tropfenförmige Boje, neun Meter breit, achtzehn Meter hoch und rund hundert Tonnen schwer. Ein gespanntes Kabel verankert sie am Meeresboden. Drückt eine Welle die Boje nach oben, zieht das Kabel sie mit gleicher Kraft zurück, ähnlich einem gespannten Gummiband, das in seine Ruheposition schnellt. Diese Bewegung treibt über ein Getriebe einen Generator an, der Strom über Unterseekabel an Land schickt. Kernstück ist das Phasenregelsystem WaveSpring, das dem Prinzip einer Herzklappe folgt. Statt Bewegung zu bremsen wie ein Stoßdämpfer, verstärkt es sie wie eine Feder. Eine Welle von einem Meter Höhe kann die Boje so um bis zu drei Meter bewegen und die gewonnene Energie verdreifachen. Bei Sturm kehrt sich das Prinzip um: Das System lockert sich und lässt Wellen bis achtzehneinhalb Meter Höhe ohne Schaden durch. Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.Mehr erfahren Video laden YouTube immer entsperren Bewährt vor der portugiesischen Küste Ein Prototyp arbeitet seit 2023 autonom vor Aguçadoura in Nordportugal, vier Kilometer von der Küste entfernt in fünfundvierzig Metern Wassertiefe. Über drei Einsatzzyklen speiste er Strom ins portugiesische Netz ein und überstand Atlantikstürme, darunter eine Rekordwelle von achtzehneinhalb Metern während des Sturms Domingos im November 2023. Genau dieser Härtetest überzeugte DNV. Wellenkraft als dritte Säule der Energiewende CorPower plant nun die ersten beiden kommerziellen Wellenkraftwerke in Portugal und Schottland. Dutzende Bojen sollen in Clustern namens CorPacks gebündelt werden, jede mit einer Leistung von mehreren hundert Megawatt, genug für hunderttausende Haushalte. Anders als Wind und Sonne liefern Wellen rund um die Uhr Energie, da sie sich über mehrere Tage hinweg durch Wettersysteme auf offener See aufbauen und so gleichmäßiger ans Ufer kommen. Diese Konstanz könnte Wellenkraft zu einer natürlichen Ausgleichsquelle für das Stromnetz machen und den Bedarf an Batteriespeichern oder überschüssiger Wind- und Solarkapazität senken. Sollten die Projekte zwischen 2027 und 2029 wie geplant ans Netz gehen, liefern sie den ersten realen Beweis, dass Wellenkraft verlässlich zum Energiemix beitragen kann. via CorPower Ocean Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende. Facebook Facebook Twitter Twitter WhatsApp WhatsApp Email E-Mail Newsletter