Für alle Warensendungen von außerhalb der EU im Wert von unter 150 Euro fallen je Produktgruppe 3 Euro Zoll an. Der sogenannte »Temu-Zoll« gilt seit dem 1. Juli 2026, er soll massenhafte Billigimporte von alltäglichem »Kleinkram« verteuern und so eine Chancengleichheit für europäische Händler zu erreichen. Doch nach knapp über drei Wochen läuft schon die Gegenstrategie der chinesischen Online-Plattformen à la Temu, Aliexpress und Shein.


Die EU setzt neue Einfuhrregeln

Anpassung der Lieferketten zur legalen Zollumgehung

Die chinesischen Händler passen zur Zollumgehung ihre Lieferketten an und umgehen so weitgehend die anfallenden Gebühren – auf legalem Weg. Nun kommen vermehrt nicht mehr einzelne Kleinstsendungen in der EU an, sondern die Waren werden zur Einfuhr in größere Sendungen derselben Warengruppe verpackt. Die Verzollung erfolgt regulär, um anschließend eine Aufteilung auf einzelne Kunden vorzunehmen. Der 3-Euro-Aufschlag entfällt auf diese Weise komplett. Bislang lassen sich noch keine direkten Auswirkungen auf die Sendungsmengen nachweisen, dafür ist zu wenig Zeit verstrichen.

Die asiatischen Plattformen bauen tendenziell ihre Marktanteile weiter aus, das zeigen die Zahlen des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel (Bevh): Im zweiten Quartal dieses Jahres entfielen 5,3 Prozent der deutschen Onlinehandelsumsätze auf die drei Hauptprotagonisten des chinesischen Billigimports – eine Steigerung von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr.


Handelsverband möchte wirksame Marktüberwachung

Trotz der Umgehungsversuche begrüßt der Handelsverband Deutschland die Zollgebühr als sinnvolles Signal. Er weist aber auch darauf hin, dass die 3-Euro-Gebühr nicht die Einfuhr unsicherer Produkte oder Verstöße gegen EU-Standards verhindert. Sie sei lediglich ein Mittel, den finanziellen Wettbewerbsnachteil auszugleichen. Zusätzlich müsse eine wirksame Marktüberwachung kommen. Wie stark die neuen Regeln das Bestellverhalten der Verbraucher verändert, müsse sich noch zeigen.

Nach derzeitigem Stand der Dinge werden härtere Maßnahmen immer wahrscheinlicher. Mehr Zoll, mehr Überwachung und Regulierung – und eben viel weniger Billigprodukte für die Kunden.

Quelle: t3n.de 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.