Nicht richtig entsorgte Hundehaufen sind offensichtlich auch in England ein Problem. In einem kleinen Städtchen in den Malvern Hills hat dies nun aber zumindest zu einer innovativen Entwicklung beigetragen. So war der Erfinder Brian Harper von der Situation so genervt, dass er sich eine Lösung einfallen ließ. Heraus kam schließlich eine Straßenlaterne mit integriertem Biokomposter. In diesem wird aus den Ausscheidungen der Hunde Biogas gewonnen, mit dem dann in der Nacht die Laterne betrieben werden kann. Dieser Ansatz bringt gleich mehrere Vorteile mit sich. So wird keine externe Energie mehr benötigt. Außerdem gibt es nun eine zentrale Sammelstelle für den Hundekot, weshalb dieser seltener einfach liegen gelassen wird. Für den reibungslosen Betrieb der Anlage werden durchaus erhebliche Mengen benötigt: Rund zehn Hundehaufen reichen für zwei Stunden Licht.


Für manche ein Ärgernis, für andere ein wertvoller Rohstoff. Bild: Kulmalukko, Public Domain, via Wikimedia Commons

Kot und Papiertüte zersetzen sich und es entsteht Biogas

Für die Hundebesitzer wurde das System so simpel wie möglich konstruiert. Zunächst einmal erhalten diese kostenfreie Papiertüten, um die Hinterlassenschaften ihrer Tiere aufzusammeln. Dies ist von Bedeutung, weil Plastiktüten im Biokomposter nicht verarbeitet werden können. Anschließend werden Kot und Papiertüte in einen Behälter an der Laterne geworfen. Wenn dann noch der dazugehörige Griff gedreht wird, landen die Ausscheidungen im Komposter. Dort zersetzen sich Kot und Tüte nach und nach und es entsteht Biogas. Dieses Gas mit einem Gemisch von sechzig Prozent Methan und vierzig Prozent Kohlenstoffdioxid wird tagsüber in einem speziellen Tank gelagert. Setzt die Dunkelheit ein, strömt das Biogas dann nach oben und sorgt für die gewünschte Beleuchtung. Als Abfallprodukt entsteht im Komposter zudem ein Düngemittel, das ebenfalls vermarktet und verwendet werden kann.

Ähnliche Ansätze gab es in der Vergangenheit schon

Ganz neu ist der Ansatz Ausscheidungen zur Energieerzeugung zu nutzen allerdings nicht. So wird in Washington beispielsweise bereits seit einigen Jahren das Abwasser der Kläranlage zur Stromerzeugung genutzt. In Großbritannien wurde zu Versuchszwecken zudem schon ein Bus mit Kuhmist angetrieben. Auch hier wurden die tierischen Ausscheidungen zunächst zu Biogas verarbeitet. In Deutschland wiederum wird inzwischen darüber diskutiert, ob groß angelegte Biogasanlagen eventuell einen Teil der fehlenden Erdgasimporte ersetzen können. Erste Analysen haben ergeben, dass auf diese Weise zeitnah zumindest fünf Prozent des Erdgasbedarfs gedeckt werden könnten. Wirtschaftlich lassen sich solche Anlagen allerdings nur selten betreiben. Es würde also eine dauerhafte staatliche Förderung benötigt. Aktuell sind die Fördersätze im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes aber noch gedeckelt.


Via: The Guardian

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