Einfach immer weiterfahren, ohne zum Laden stoppen zu müssen: Dieser Traum ist längst nicht tot, renommierte Firmen arbeiten noch immer daran. Allerdings geht es vorerst nicht darum, ganze Straßennetze zu drahtlosen Ladegeräten umzufunktionieren, sondern nur um die Elektrifizierung ausgewählter, viel befahrener Strecken. Honda hat nun zusammen mit Taisei und Taisei Rotec ein System zur dynamischen drahtlosen Stromübertragung (DWPT) per magnetischer Kopplung entwickelt. Tests stehen bevor.


Symbolbild

Ladesystem „To Go“ aus drei verschiedenen Teilen

Laden ohne Anhalten oder Stecker: Das neue System von Honda zielt genau darauf ab. Es besteht aus drei Teilen: einer Gleichstromversorgung am Boden, einem Gleichstrom-Verteilungssystem mit mehreren Sendereinheiten (Ground Assembly) unter der Fahrbahn sowie einer Empfängereinheit (Vehicle Assembly) am Unterboden des jeweiligen Fahrzeugs die den Strom an den Akku weiterleitet. Ein elektromagnetisches Feld überträgt die Energie berührungslos und ohne Reibung. Die Aufladung soll für alle Stromer möglich sein, auch für schwere Lastkraftwagen. Honda zielt sogar in erster Linie auf Logistik und Transport.

Eine Million Radüberfahrten für die Teststrecke geplant

Noch in diesem Jahr möchte Honda eine eigene Teststrecke errichten, um Leistung, Haltbarkeit unter Belastung und Maßnahmen gegen elektromagnetische Streufelder zu erproben. Eine Million Radüberfahrten mit 49 kN pro Rad sind geplant. Auch die Sicherheit und die Übertragungsfähigkeit der eingebauten Sendeeinheiten kommen dabei intensiv auf den Prüfstand. Liefern soll das System bis zu 150 kW für schwere Nutzfahrzeuge, aber auch für höhere Geschwindigkeiten.


Am ehesten sinnvoll für stark genutzt Güterkorridore

Viele Fragen bleiben noch offen, aber wer es nicht ausprobiert, findet die Antworten nie. Welche Fahrtstrecke ist für einen nennenswerten Ladegewinn nötig? Wie entwickelt sich der Wirkungsgrad bei höherem Tempo? Was kostet die Installation, lohnt sie sich überhaupt? Wie steht es mit Lebensdauer und Wartung und Reparatur? Das System braucht nun einmal teure Infrastruktur auf der Straße und passende Empfänger für die Fahrzeuge. Sinnvoll könnte es am ehesten auf stark genutzten Güterkorridoren sein, wo LKWs dann ohne Stopps durchfahren, möglicherweise mit kleineren und leichteren Batterien als bisher nötig.

Wir halten Ausschau nach Neuigkeiten zu diesem Projekt.

Quelle: newatlas.com 

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