Pascal Klein gründete sein saarländisches Unternehmen vor 18 Jahren in der Gartenlaube seines Freundes – heute zählen Pirelli, Schwalbe, BASF und Continental zu seinen Kunden: Die Pyrum Innovations AG nutzt für sein Geschäft die Kreislaufwirtschaft, nach dem Motto „aus Alt mach Neu“. Auf ihrem Hof stapeln sich Altreifen, je mehr, desto besser. Da das Geschäft inzwischen aus den Nähten platzt, plant Klein neue Werke in Griechenland und Tschechien. Was ist sein Erfolgsrezept? Altreifen zu Öl Systemkritischer Stoff, in Europa gewonnen „Abzukupfern“ gibt es hier nichts: Das Recyclingverfahren von Pyrum in Dillingen ist längst patentiert. Pascal Klein erklärt es kurz und knapp: „Wir holen den Stahl und das Textil raus, was in jedem Reifen drin ist. Dann haben wir ein Gummigranulat, das verarbeiten wir in einem Reaktor weiter. Daraus wird dann Öl, Kohlenstoff und Gas.“ Also viele wertvolle Rohstoffe aus einem Altmaterial, das mehr als reichlich vorhanden ist: Klingt nach einem Gewinn für die Umwelt und für das Portemonnaie. Das Fraunhofer Institut rechnet vor: Pyrum spart gegenüber der üblichen Reifenentsorgung 72 Prozent CO2 ein. Gleichzeitig stellt die Firma einen systemkritischen Stoff direkt in Europa her, das Öl. Pyrum fand nur sehr schwer Investoren Wiederverwertung steht auch auf der Agenda der Bundesregierung, die in einem nationalen Aktionsplan die Kreislaufwirtschaft im Land stärken will. Weit entfernt von uns, in China, sind wiederverwertete Materialien als Rohstoffe anerkannt; entsprechende Betriebe kurbelt der Staat finanziell an. Klein hält Deutschland und Europa auf diesem Gebiet für „viel zu ängstlich. Er habe Tausende Klinken putzen müssen, um Investoren zu finden. Der EU-weite Umschwung steht allerdings vielleicht schon vor der Tür, denn mit dem Circular Economy Act (CEA) soll sich der europäische Markt für Recyclingprodukte weit öffnen. Problem ist derzeit noch, 27 verschiedenen Länder mit ihren vielen verschiedenen Regeln unter einen Hut zu bringen. Jens Hamprecht, Vizepräsident von BASF, betont derweil: „Mir ist es ein Anliegen, dass wir Recycling nicht nur als ein Mittel des Umweltschutzes verstehen, sondern auch als Mittel, um unabhängiger zu werden von fossilen Rohstoffen.“ Dillingen steckt jetzt schon mittendrin im Projekt. Quelle: zdfheute.de Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende. Facebook Facebook Twitter Twitter WhatsApp WhatsApp Email E-Mail Newsletter
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