Tiny Houses in Deutschland gibt es nicht? Tatsächlich stellt sich nicht selten die Bürokratie quer, aber in manchen Fällen klappt es sehr wohl mit dem Bau. Jetzt hat sich Heidelberg dafür entschieden, im Stadtteil Kirchheim einen Tiny-House-Wohnpark zu errichten, mit insgesamt 36 Mini-Häusern auf 2.800 Quadratmeter Fläche. Schon ab Januar 2027 sollen rund 80 bis 90 Menschen hier einziehen. Begonnen hat das Bauprojekt bereits im Dezember 2025: Die Erschließung fand zeitgleich mit den ersten Baumaßnahmen an den Modulen statt. Wenn nach wenig mehr als einem Jahr tatsächlich alles steht, war das deutlich schneller als in Deutschland eine konventionelle Siedlung braucht. g Symbolbild Bürgermeister will diese Lösung einfach ausprobieren Auf die Geschwindigkeit kommt es an, denn die Wohnungsnot drängt auch in Heidelberg. Junge Singles und Paare stehen ebenso auf der Warteliste wie mögliche kleine Senioren-WGs. Oberbürgermeister Würzner begründet seine Entscheidung damit, dass man ausprobieren wolle, wie solche Lösungen funktionieren – und wie eine Bruchlandung sieht das bis jetzt nicht aus. Die Stadt will das Grundstück für zehn Jahre an den Projektentwickler verpachten. Im Anschluss sollen an selber Stelle Mehrfamilienhäuser mit mehreren Etagen entstehen, sodass die Tiny Houses von Anfang an „nur“ eine gezielte Zwischenlösung sind. Die Module sollen danach aber nicht in den Müll, sondern an anderer Stelle neue Verwendung finden. Wahrscheinlich auf einer weiteren Fläche, die ansonsten nur jahrelang brach liegen würde. Gemeinschaftsgarten und gemeinsame Waschküche Jede der Einzelwohnungen wird zwischen 26 und 33 Quadratmeter groß sein; kleine Bungalows punkte mit immerhin 41 Quadratmetern. Damit sind auch Dreier-WGs durchaus machbar. Jedes Tiny Houses wird vermietet, nicht verkauft. Die Warmmiete soll zwischen 920 und 1600 Euro im Monat liegen – immer noch ein ziemlicher Happen. Rund um die Häuschen soll ein Gemeinschaftsgarten entstehen, dazu eine Waschküche für alle und weitere Möglichkeiten, sich nachbarschaftlich zu treffen. Heidelberg steht mit diesem Projekt nicht allein: Der Deutsche Städte- und Gemeindebund geht im Moment von 40 bis 50 solcher Vorhaben im ganzen Land aus. Allerdings betont der Vorsitzende Bernd Düsterdiek, dass Tiny Houses allein den überbordenden Bedarf nicht decken können. Trotzdem leisten sie jetzt schon ihren Beitrag, dass Menschen vorübergehend ein schönes Zuhause finden. Quelle: zdfheute.de Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende. Facebook Facebook Twitter Twitter WhatsApp WhatsApp Email E-Mail Newsletter
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