Menschen in schwer zugänglichen und gefährlichen Regionen wie derzeit im überschwemmten Südsudan werden künftig von extrem geländegängigen ferngesteuerten SHERP-Fahrzeugen mit Nahrungsmitteln versorgt. Das Welternährungsprogramm (World Food Program, WFP) der Vereinten Nationen setzt diese Transporter, die sich in jedem Gelände bewegen und selbst ein Meter hohe Hindernisse überwinden können, bereits ein, allerdings mit Fahrern. Sie sind wilden Tieren, Schlangen, giftigen Insekten, Angriffen von Terroristen sowie Minen ausgesetzt.


Bild: DLR

SHERPs erhalten Kameras und Sensoren

Forscher des Instituts für Robotik und Mechatronik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie ein Konsortium aus anderen DLR-Instituten und Technologiepartnern rüsten die Fahrzeuge mit Kameras, LIDAR-Systemen, die Abstände zu Hindernissen erfassen, und weiteren Sensoren aus, die es ermöglichen, sie von einem sicheren Ort aus per Funk zu navigieren. Wenn die Funkverbindung unterbrochen wird, bleiben die Fahrzeuge sofort stehen, damit sie nicht unkontrolliert durch die Landschaft rollen und möglicherweise für Gefahr sorgen.

Fernsteuerung auf Mars und Erde sind ähnlich

Dass das DLR maßgeblich daran beteiligt ist liegt daran, dass die Steuerung etwa eines Mars-Rovers von der Erde aus ähnlich anspruchsvoll ist wie die der SHERPs in Wüsten, Sümpfen oder Regionen mit tückischen Hindernissen. „Beide Aufgaben sind eng verwandt“, sagt DLR-Projektleiter Armin Wedler und fügt hinzu: „Die Verwendung und den Betrieb ferngesteuerter Roboter halten wir für sinnvoll, weil dadurch Menschen nicht in Gefahr kommen, und weil sie kostengünstiger als Lieferungen per Luftfracht sind.“


Nahrungsmittelhilfe für 80 Millionen Menschen

Vor allem in Gebieten, die nur selten von Menschen betreten werden, lassen sich Risiken im Voraus schwer abschätzen. Viele der Einsatzorte für humanitäre Hilfe sind schwierig zu erreichen, da in den betroffenen Gebieten zumeist keine ausreichende Infrastruktur vorhanden, oder, im Falle eines Katastrophen-Szenarios, nicht mehr intakt ist. Hier können teleoperierte Fahrzeuge eingesetzt werden, um den Einsatz sicherer zu gestalten und Menschenleben zu retten.

Das WFP als größte humanitäre Organisation der Welt leistet Nahrungsmittelhilfe für mehr als 80 Millionen Menschen in rund 80 Ländern pro Jahr. Für diese Arbeit hat das WFP den diesjährigen Friedensnobelpreis gewonnen.

via DLR

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