Der Weltklimavertrag von Paris stellte eine bahnbrechende Einigung dar. Er hatte aber auch einen Schwachpunkt. Denn jedes Land versprach lediglich, die Emissionen auf dem eigenen Staatsgebiet zu reduzieren. Die internationale Luft- und Schifffahrt war von der Vereinbarung daher ausgenommen, weil sie sich größtenteils auf internationalem Gebiet abspielt. Dabei ist alleine der internationale Seeverkehr für drei Prozent der weltweiten Klimaemissionen verantwortlich. Zum Vergleich: Auf den selben Wert kommt in etwa auch die Bundesrepublik Deutschland. Hätten nun alle Länder ihre Emissionen reduziert, wäre der Anteil der Schifffahrt sogar noch weiter angestiegen. Doch dazu soll es nicht kommen: 173 Staaten einigten sich in London, die Emissionen der Schifffahrt bis zum Jahr 2050 zu halbieren.


Solche riesigen Containerschiffe sollen zukünftig deutlich weniger Emissionen verursachen. Foto: By Buonasera [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Der Schiffsverkehr sorgt für achtzig Prozent des Welthandels

Die Bundesregierung und die Europäische Union hatten sogar auf einen Wert von mindestens siebzig Prozent gedrängt. Doch dieser erwies sich als nicht durchsetzbar, weil sich unter anderem Brasilien, die USA und Saudi-Arabien als Gegner zu ambitionierter Ziele entpuppten. Die Länder befürchteten vor allem, dass sich ihre Exporte verteuern, wenn die Reedereien in neue Technologien zur Emissionsvermeidung investieren müssen. Aktuell wird rund achtzig Prozent des Welthandels über den Schiffsverkehr abgewickelt. Die Zielmarke einer Reduzierung um die Hälfte ist somit ein klassischer Kompromiss. Umweltschützer verweisen allerdings darauf, dass damit die Erderwärmung wohl nur auf maximal zwei Grad begrenzt werden kann. Um das Ziel von 1,5 Grad zu erreichen, wären größere Anstrengungen nötig.

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Zuletzt aktualisiert am 20.07.2018

Die Entwicklung muss langfristig geplant werden

Dennoch sprechen die Beteiligten von einer historischen Vereinbarung. Denn erstmals überhaupt wird der internationale Schiffsverkehr in Sachen Klimaschutz herangezogen. Bis zum Jahr 2023 sollen nun konkrete Maßnahmen entwickelt werden, mit denen sich die CO2-Emissionen verringern lassen. In der Praxis gehen Experten davon aus, dass wohl ab dem Jahr 2030 die meisten Schiffe einen klimafreundlichen Antrieb haben müssen, um die Zielmarke zu erreichen. Aufgrund der langen Lebensdauer der Containerschiffe dürfte es dann noch einige Jahrzehnte dauern, bis gar keine Emissionsschleudern mehr auf den Weltmeeren unterwegs sind. Zuvor tritt allerdings bereits eine andere wichtige Neuregelung in Kraft: Ab dem Jahr 2020 darf kein Schweröl mehr verbrannt werden.

Via: Inhabitat


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