Spätestens seit 2011 nach der Katastrophe von Fukushima der Atomausstieg beschlossen wurde, gilt Atomkraft in Deutschland als auslaufendes Konzept. Das ist aber nicht in allen Industrieländern so. Die Gemeinsame Forschungsstelle der EU-Kommission bringt nun frischen Wind in die Debatte: Für sie ist Atomkraft nicht schädlicher als andere Arten der Stromerzeugung und damit förderungswürdig.


Foto: Michielverbeek [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Atomkraft nicht schädlicher als andere Methoden

Die Experten der Gemeinsamen Forschungsstelle (JRC) der EU-Kommission arbeiten derzeit an einer Antwort auf die Frage, ob die EU Investitionen in die Atomenergie als nachhaltig kennzeichnen sollte. Der entsprechende Bericht soll kommende Woche veröffentlicht werden, liegt aber unter anderem dem Nachrichtenportal Euractiv vor. Laut diesem schade die Atomkraft der Gesundheit der Menschen sowie der Umwelt zwar, aber nicht mehr als andere Techniken zur Erzeugung von Strom.

Obwohl es noch keine langfristigen Erfahrungen gibt, schätzt die JRC die langfristige Lagerung nuklearer Abfälle in geologischen Formationen als geeignetes und sicheres Mittel zu ihrer Isolation aus der Biosphäre ein. Mit Blick auf Länder wie Frankreich, Schweden und Finnland weist die JRC darauf hin, dass mehrere EU-Staaten bereits recht weit seien, was geologische Tiefenentsorgungsanlagen angeht. Eine Inbetriebnahme sei bereits für das kaufende Jahrzehnt zu erwarten.


Was die Unfallgefahr betrifft, so seien zwar atomare Unfälle nicht sicher auszuschließen, es handele sich aber um Ereignisse mit geringer Eintrittswahrscheinlichkeit.

Atomkraft: Die Mitgliedsstaaten sind sich uneinig

Die Atomkraft spaltet die Mitgliedsstaaten der EU. In Deutschland geht nächstes Jahr wahrscheinlich das letzte Atomkraftwerk vom Netz und Österreich ist ebenfalls gegen die Atomkraft als Mittel zur Energiegewinnung. Staaten wie Frankreich und Ungarn wollen hingegen, dass Atomkraftwerke im Rahmen der EU-Politik zur Klimawende gefördert werden.

Im nächsten Schritt wird der Bericht der JRC von Strahlenschutz- und Abfallwirtschaftsexperten geprüft. Letztlich soll er lediglich eine Entscheidungshilfe dienen.

Auch Kritik gegenüber der JRC selber wurde laut. Diese sei strukturell positiv gegenüber der Atomkraft eingestellt, kritisiert die Umweltorganisation Greenpeace. Ihr Ursprung im Jahr 1957 gehe auf den Euratom-Vertrag zurück. Laut der EU-Kommission habe sich die JRC aber in den vergangenen Jahrzehnten viel Fachwissen angeeignet und könne die Atomenergie unter Berücksichtigung aller relevanten Punkte einschätzen.

via Euractiv

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1 Kommentar

  1. Wilfi

    30. März 2021 at 21:27

    Ich finde es unendlich traurig, dass selbst 2021 noch die Atomlobby bis in die höchsten Reihen der Entscheidungsträger ihre Märchen platziert!

    Schaut euch mal
    http://www.rossilivecat.com/
    und
    https://www.researchgate.net/publication/330601653_E-Cat_SK_and_long-range_particle_interactions
    an und hört endlich auf unsere eine Erde für Jahrtausende zu verseuchen!!!

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