In Deutschland nehmen geschätzt mindestens 100.000 Menschen Ozempic ein, um Gewicht zu verlieren – und das obwohl es sich eigentlich um ein Diabetes-Medikament handelt. Eine Verordnung rein zur Gewichtsabnahme zu Lasten der gesetzlichen Krankenkasse ist nicht zulässig, doch im Off-Label-Use und per Privatrezept boomt der Markt trotzdem. Nach der FDA-Zulassung in den USA hat sich die Zahl der Verschreibungen jenseits des Atlantiks sogar verdreifacht: Jeder achte US-amerika soll dieses oder ein ähnliches Präparat schon für eine „Diät“ genutzt haben. Jetzt zeigt sich, dass Männer wohl mit einer unangenehmen Nebenwirkung rechnen müssen.


Abnehmspritzen können bei Männer Haarausfall fördern

Bislang stand der schnelle Gewichtsverlust in Verdacht

Die nachlassende Haardichte bei Personen, die mit GLP-1-Wirkstoffen abnehmen möchten, ist ein Phänomen, das schon länger gerüchteweise kursiert. Bislang führten Mediziner den Effekt auf den schnellen Gewichtsverlust zurück, der den zeitweisen, diffusen Haarausfall auslösen können. Nun haben Wissenschaftler der NYU Langone Health den genetischen Aspekt untersucht und fanden deutliche Hinweise, dass die Präparate den erblich bedingten Haarausfall von Männern fördern können.


Das Forscherteam beobachteten dafür keine Patienten, die Abnehmspritzen erhalten, sondern sie konzentrierten sich auf genetische Laborversuche. Dabei entdeckten sie sich gleichende Muster, die stark auf ein erhöhtes Risiko für Haarausfall hindeuten. Im Journal of Investigative Dermatology veröffentlichten sie die Ergebnisse ihrer Studie. Aufgrund der Datenlage ließ sich der ursächliche Zusammenhang nur fürs männliche Geschlecht prüfen, über Frauen trifft die Untersuchung keine Aussage.

Bei Haarausfall Rücksprache mit dem Arzt halten

Kurz gesagt: Es besteht der dringende Verdacht, dass neben dem Stress des Gewichtsverlusts auch die Wirkung der Mittel eine bereits vorhandene erbliche Veranlagung verstärken kann. Der berechnete Anstieg des Risikos liegt bei rund 7 Prozent, was moderat ist. Die Studie kann keinen direkten Nachweis dafür liefern, dass die GLP-1-Einnahme Haarausfall tatsächlich verursacht und dieser dauerhaft bestehen bleibt. Bei auffälligem Haarausfall empfiehlt sich ein Arztgespräch.

Quelle: forschung-und-wissen.de

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