Rein theoretisch ist die internationale Schifffahrt nicht an die Regelungen des Weltklimavertrags von Paris gebunden. Denn dieser wurde zwischen Staaten geschlossen, während die Containerriesen zumeist in internationalen Gewässern unterwegs sind. Inzwischen ist allerdings klar: Die Branche wird sich an den Bemühungen zur Reduzierung der CO2-Emissionen beteiligen. Die Umsetzung ist teilweise aus technischer Sicht recht einfach. So kann beispielsweise im Hamburger Hafen vergleichsweise sauberer Landstrom genutzt werden, sodass der Dieselmotor nicht so oft laufen muss. Eine Umstellung auf einen Elektroantrieb ist allerdings in naher Zukunft keine Option. Denn bisher sind Akkus bei weitem nicht leistungsfähig genug, um die riesigen Containerschiffe von Kontinent zu Kontinent zu bewegen. Die Reederei Hapag-Lloyd setzt daher auf eine andere Lösung: Bio-Kraftstoffe.


Bild: Fxp42 [CC BY-SA (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)]

Hapag-Lloyd will die CO2-Emissionen deutlich reduzieren

So wird das Containerschiff „Montreal Express“ nun testweise mit einem Bio-Kraftstoff betankt, der zu zwanzig Prozent auf Speiseölen und Fettresten aus der Gastronomie basiert. Dadurch erhofft sich das Unternehmen eine signifikante Reduzierung der CO2-Emissionen. Dies wiederum ist die Voraussetzung, um die selbst aufgestellten Klimaziele zu erreichen: Das Unternehmen möchte die eigenen Emissionen gegenüber dem Jahr 2008 um fünfzig Prozent senken. Die „Montreal Express“ gehört bei weitem nicht zu den größten Containerschiffen des Konzerns. Mit einer Tragfähigkeit von 4400 Standardcontainern und einer Länge von 294 Metern handelt es sich aber auch nicht um ein ganz kleines Schiff. Standardmäßig ist der Frachter zwischen Europa und Kanada unterwegs. Zukünftig sollen dabei deutlich weniger CO2-Emissionen verursacht werden.

Auch Flugzeuge fliegen teilweise schon mit Bio-Treibstoff

Während der Testphase soll nun geschaut werden, ob der Bio-Kraftstoff tatsächlich keine nachteiligen Auswirkungen auf den Betrieb des Schiffs hat. Ist dies der Fall, wird das Konzept anschließend auch bei anderen Containerschiffen des Konzerns zum Einsatz kommen. Neben Reedereien wie Hapag-Lloyd ist vor allem die Luftfahrtbranche an Bio-Kraftstoffen und ähnlichen Lösungen interessiert. So betankt die Lufthansa einige ihrer Flieger mit einem Treibstoff, der teilweise aus Abfallfett gewonnen wird. Allerdings ist ein flächendeckender Einsatz aktuell nur schwer vorstellbar. Denn der Bio-Kraftstoff namens SAF ist aktuell rund drei bis vier Mal teurer als konventionelles Kerosin. Wie die Kosten beim Bio-Diesel für Containerschiffe aussehen, wurde bisher nicht offiziell kommuniziert. Es bleibt also abzuwarten, wie das Urteil von Hapag-Lloyd nach der Testphase ausfallen wird.


Via: FAZ

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