Aktuell sind die besten Radfahrer der Welt im Rahmen der Tour de France mal wieder in Frankreich unterwegs. Begleitet werden sie von einem großen Tross an Technikern und Mechanikern. Und zwar aus gutem Grund. Insbesondere für die Teamkapitäne kann ein Defekt zum falschen Zeitpunkt das Ende aller Träume bedeuten. Es ist daher kein Wunder, dass sich einige Hersteller von professionellen Rennrädern bereits mit dem Berliner Startup BigRep in Verbindung gesetzt haben. Denn die Mitarbeiter dort haben einen Reifen entwickelt, der nicht aufgepumpt werden muss. Damit könnte der klassische Plattfuß zukünftig der Vergangenheit angehören. BigRep selbst stammt aber gar nicht aus der Fahrradbranche, sondern verkauft eigentlich 3D-Drucker.


Foto: BigRep. Lizenz: Creative Commons 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/)

Eine wabenartige Struktur sorgt für eine ruhige Fahrt

Der neuartige Fahrradreifen ist daher zunächst auch nur ein Prototyp, der potentiellen Käufern zeigen soll, welches Potential in einem 3D-Drucker steckt. Folgerichtig ist bisher auch noch keine Massenproduktion des luftlosen Reifens geplant. Dies würde sich aktuell auch noch recht schwierig gestalten. Denn pro Druckvorgang werden aktuell noch rund acht Stunden benötigt. Dennoch ist das dahinter stehende Konzept sehr interessant. Die auf das Rad einwirkenden Kräfte werden nicht mehr durch ein Luftpolster aufgefangen, sondern durch eine wabenartige Struktur aus Pro Flex-Filament. Dadurch können die Reifen während einer normalen Fahrradtour quasi nicht mehr kaputt gehen. Ein ähnlicher Ansatz kommt daher auch schon bei einigen Baufahrzeugen zum Einsatz.

Die neuen Reifen müssen noch weiter entwickelt werden

Der Hersteller betont zudem, dass auch die Umwelt von der Neuentwicklung profitieren könnte. Denn weil der Reifen nur noch aus einem Material besteht, kann er vergleichsweise einfach recycelt werden. Ganz neu ist die Idee mit den luftlosen Reifen aus dem 3D-Drucker aber nicht mehr: Bereits vor gut einem Jahr hatte Michelin ein ähnliches Konzept präsentiert. Bisher ist daraus aber noch kein marktreifes Produkt entstanden. In eine etwas andere Richtung hat hingegen der Konkurrent Goodyear gedacht. Dort sollen Autoreifen zukünftig nicht nur ohne Luft auskommen, sondern gleichzeitig auch noch Schadstoffe aus der Umgebung filtern. Auch dieser Ansatz steckt aber noch in den Kinderschuhen. Das Berliner Startup BigRep spricht aktuell mit mehreren Radherstellern, um Möglichkeiten auszuloten, das neue Produkt gemeinsam weiter zu entwickeln.


Via: BigRep

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1 Kommentar

  1. MakeIT

    4. September 2018 at 13:56

    Sehr interessanter Beitrag.

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